Weltgesundheitstag

Globale Gesundheit – die Zahl der Baustellen ist groß

Zum Weltgesundheitstag wird deutlich, dass es noch ein weiter Weg ist zum WHO-Ziel „Gesundheitsfürsorge für alle“. Gerade die Versorgung bei Infektionskrankheiten und von Frauen , steht in der Kritik.

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Zu den globalen Baustellen in der Gesundheit zählen nach wie vor HIV, Tuberkulose und Malaria.

Zu den globalen Baustellen in der Gesundheit zählen nach wie vor HIV, Tuberkulose und Malaria.

© everythingpossible / stock.adobe.com

BERLIN/GENF. Zum Weltgesundheitstag am 7. April schlägt unter anderem die Entwicklungsorganisation ONE Alarm. Nach ihren Angaben infizieren sich jeden Tag fast 1000 Frauen mit HIV. Von den weltweit rund 37 Millionen HIV-Infizierten hätten rund die Hälfte keinen Zugang zu lebensrettenden Aids-Medikamenten.

Als weitere globale Baustellen in der Gesundheit werden Tuberkulose und Malaria genannt. So habe sich zwischen 2016 und 2017 die Zahl der Malaria-Fälle um 2,4 Millionen Menschen erhöht.

ONE ruft daher die Bundesregierung auf, sich für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu engagieren. Am 10. Oktober findet in Lyon die Finanzierungskonferenz des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria statt. Um seine Arbeit in den Jahren 2020-2022 fortsetzen zu können, benötigt der Globale Fonds nach Angaben von One 14 Milliarden US-Dollar.

Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE in Deutschland, betont: „Aids, Tuberkulose und Malaria bedrohen noch immer Millionen Menschenleben, insbesondere in den Ländern, die am stärksten von Armut betroffen sind. Wir befinden uns mitten in einer globalen Krise – und sind viel zu leise.“ Es sei eine Schande, dass jeden Tag 7000 Menschen an diesen Armutskrankheiten sterben würden.

Woran es bei der Versorgung von Frauen hapert

Ebenso macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) darauf aufmerksam, dass das Ziel einer universellen Gesundheitsversorgung, wie es in den Nachhaltigen Entwicklungszielen festgehalten wurde, noch lange nicht erreicht sei. Die DSW verweist dazu auf eine WHO-Studie, nach der rund die Hälfte aller Menschen auf der Erde nur mangelhaften oder keinen Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung habe.

Die Organisation legt den Fingerzeig besonders auf den Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. So sind ihren Angaben zufolge die Folgen von Schwangerschaft und Geburt die häufigste Todesursache für Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren – insbesondere in Ländern mit geringem Einkommen. Dort würden 99 Prozent der jährlich über 300.000 Fälle von Müttersterblichkeit auftreten. Mädchen und junge Frauen bekämen oft nicht die nötige Versorgung, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten oder eine Geburt gesund zu überstehen.

Das dicke Problem Fettleibigkeit

Dass es auch in hoch entwickelten Ländern bei der Gesundheit nicht alles zum besten steht, zeigt eine neue Gesundheitsstatistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Anders als in den meisten Ländern der Welt geht demnach in den USA die Lebenserwartung zurück.

Bis 2014 ging es dort nach der noch aufwärts: Zu diesem Zeitpunkt hatten neugeborene US-Amerikaner eine Lebenserwartung von 79 Jahren. Ein Jahr später waren es nur noch 78,6 und im Jahr 2016 nur noch 78,5 Jahre. „Fettleibigkeit ist einer der Gründe“, sagte dazu WHO-Datenspezialistin Samira Asma am Donnerstag in Genf. Für Deutschland weist die Analyse einen stetigen Aufwärtstrend auf: Im Jahr 2000 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 78,1 Jahren, 2016 bei 81 Jahren.

Das Statistische Jahrbuch der WHO erscheint zum Weltgesundheitstag am 7. April. Er steht unter dem Motto „Gesundheitsfürsorge für alle“. Ziel der WHO ist es, dass eine Milliarde Menschen bis 2023 zusätzliche medizinische Hilfe bekommen. (run)

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