Gesundheitspolitik international

England entschädigt Infizierte

LONDON (ast). Mehr als 2900 britische Patienten, die sich in den 70er und 80er Jahren durch kontaminierte Blutprodukte mit HIV und Hepatitis C infiziert haben, sollten vom Staat finanzielle Entschädigungen von 350 000 Pfund (etwa 420 000 Euro) pro Patient erhalten.

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So lautet die Empfehlung eines offiziellen Untersuchungsausschusses, dessen Abschlussbericht jetzt vorgelegt wurde. Untersucht wurde, wie es passieren konnte, dass sich mehrere tausend Patienten in Großbritannien durch verseuchte Blutprodukte mit HIV und Hepatitis C infizierten.

Nach Angaben des Ausschusses handelt es sich um insgesamt 4670 Patienten mit Hepatitis C und mehr als 1000 Patienten, die sich mit HIV infiziert haben. Infektionsquelle sollen dabei "kontaminierte Blutprodukte aus den USA" gewesen sein. Bislang sind nach Angaben des Londoner Gesundheitsministerium 1757 Infizierte gestorben.

Der Ausschuss bezeichnete die Vorgänge als "den schlimmsten Gesundheitsskandal in der britischen Nachkriegsgeschichte". Die Experten kritisierten die Gesundheitspolitiker, da viele infizierte Patienten noch immer auf jede Entschädigung warten. Das Gremium empfiehlt, jeden infizierten Patienten mit umgerechnet rund 420 000 Euro zu entschädigen. Das müsse "so schnell wie möglich" geschehen. Patientenverbände begrüßten den Report.

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