Erste Einigung im Honorarstreit in Thüringen

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WEIMAR (rbü). Der Streit um nicht abgerufene Honorare in Thüringen ist beigelegt. Es geht um 3,5 Millionen Euro, die nach monatelangen Auseinandersetzungen und selbst einem Schiedsspruch im Abrechnungsjahr 2009 übrig geblieben waren.

KV Thüringen und Krankenkassen haben sich nun darauf verständigt, knapp die Hälfte der Summe zweckgebunden in die Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung zu geben.

Mit einer halben Million Euro soll überdies die Gründung von Eigeneinrichtungen unterstützt werden, etwa 200.000 Euro werden als Zuschlag für Hausärzte über 60 Jahre in drohend unterversorgten Gebieten ausgezahlt.

Eine weitere Million bleibt zur Aufstockung der Vergütung in Obhut der KVT.

3,5 Millionen Euro übrig geblieben

Ursprünglich war die Streitsumme viel höher. Insgesamt 20 Millionen Euro konnten die Hausärzte vor zwei Jahren nicht abrufen.

Nachdem das Schiedsgericht die abgestaffelte Vergütung auf 100 Prozent hochgezogen und weitere Millionen für diabetologische Schwerpunktpraxen sowie Hausbesuche ausgeteilt hatte, blieben jene 3,5 Millionen übrig, die laut Gericht für "innovative Versorgungsformen" zu verwenden waren - was damit gemeint war, darüber entbrannte der Streit.

Endgültig beendet ist der Konflikt aber nicht. Denn 2010 und 2011 fallen wieder zweistellige Millionenüberschüsse an.

Reform des EBM gefordert

Allein im zweiten Quartal dieses Jahres konnten die Hausärzte etwa sechs Millionen Euro nicht abrufen.

Die KVT-Vorsitzende Regina Feldmann hofft deshalb auf eine Reform des EBM-Systems, das dafür verantwortlich sei, dass die Hausärzte ihre Leistungen nicht korrekt abrechnen können.

Wie es nun weitergehen soll, wollen Kassen und KVT jedoch erst nach Verabschiedung des Versorgungsstrukturgesetzes entscheiden.

Fachärzte wollen Honorar zurück

Weiterhin Uneinigkeit herrscht auch in einem weiteren Honorarkonflikt - der Frontverlauf verläuft in diesem Fall zwischen Haus- und Fachärzten.

Wie berichtet monierte der zweite KV-Vorsitzende Thomas Schröter Anfang November, dass seit 2007 insgesamt 45 Millionen Euro aus dem Etat der Fach- zu den Hausärzten abgeflossen seien. Feldmann kritisierte die Berechnung als unseriös.

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