Kommentar – Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland

Es bleibt eine Gratwanderung

130.000 Altenpflegekräfte fehlen bis 2030. Minister Spahn hofft auf ausländische Unterstützung – im Kosovo.

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Es bleibt eine Gratwanderung: die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte. Aktuell ist es der Kosovo, gestern waren es Serbien, Bosnien und Herzegowina, die Philippinen und Tunesien.

Bereits vor einem Jahr signalisierte die Bundesanstalt für Arbeit, dass es in diesen Ländern einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften gebe. Pflegekräfte fänden dort keine adäquate Beschäftigung.

Grund genug für die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, mit einem speziellen Programm vor etwa sechs Jahren ihre Fühler auszustrecken und Pflegekräfte für den hiesigen Markt fit zu machen. Über 1300 Pflegekräfte seien so vermittelt worden, heißt es. Also alles fair und korrekt.

Gestern nun die große Charme-Offensive von Gesundheitsminister Spahn im Kosovo. Auch hier gibt es seit Jahren bestehende Kooperationen mit deutschen Stellen. Dabei versichert Spahn, dass dem südosteuropäischen Land keine Pflegekräfte gestohlen würden, da das Land „über den eigenen Bedarf“ ausbilde.

Das mag ja sein. Am Ende aber stimmen die jungen Menschen im Kosovo mit den Füßen ab - und gehen dorthin, wo sie ihre Zukunft sehen. Ein ungleicher Wettbewerb.

Lesen Sie dazu auch: Anwerbeversuche: Spahn will Pflegekräfte aus dem Kosovo Private Pflege-Anbieter: Spahn für Kosovo-Deal gelobt

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