Corona-Pandemie

Europa will über Exportstopp bei Corona-Impfstoff reden

Der Europäische Rat bereitet offenbar Reaktionen auf die Exportbeschränkungen für Corona-Impfstoff aus Großbritannien vor.

Veröffentlicht:
Ampullen des COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca. Exportbeschränkungen Großbritanniens erschweren unter anderem die Lieferung von mehr Impfstoff in die EU. Darauf will die EU nun mit eigenen Ausfuhrstopps reagieren.

Ampullen des COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca. Exportbeschränkungen Großbritanniens erschweren unter anderem die Lieferung von mehr Impfstoff in die EU. Darauf will die EU nun mit eigenen Ausfuhrstopps reagieren.

© Nicolas Armer / dpa

Berlin. Die Auseinandersetzungen zwischen der Europäischen Kommission und Großbritannien über Exportbeschränkungen bei Impfstoffen werden den Europäischen Rat beschäftigen. Die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten kommen am Donnerstag und Freitag dieser Woche per Videoschalte zu ihrer regulären vierteljährlichen Ratssitzung zusammen.

Es müsse festgestellt werden, dass die EU Impfstoff in viele Länder exportiere, während aus den USA und Großbritannien nichts oder fast gar nichts exportiert worden sei, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Montag im Anschluss an die Sitzung des Corona-Kabinetts. Die EU sei ein wichtiger Produktionsstandort für Impfstoffe. Insgesamt habe die Staatengemeinschaft bereits 34 Millionen Dosen Impfstoff an mehr als 30 Länder geliefert.

Merkel hat bereits mit Johnson telefoniert

Derzeit fänden Gespräche über Gegenmaßnahmen statt, berichtete Fietz. Bereits am Sonntag habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Großbritanniens Premierminister Boris Johnson telefoniert. Die Verteilung des Impfstoffes sei dabei Thema gewesen.

Hintergrund sind die Kürzungen der vertraglich vereinbarten Liefermengen durch AstraZeneca praktisch um die Hälfte. Der erklärten Absicht des Unternehmens, Impfstoff zum Beispiel aus Großbritannien in die EU zu importieren, ständen aber Exportbeschränkungen im Wege, hatte das Unternehmen Anfang März mitgeteilt.

Unterstützung für von der Leyen

Darauf hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bereits harsch reagiert und angekündigt, als Reaktion darauf Beschränkungen von Impfstoffexporten aus der EU bei der Videositzung des Rats anzusprechen. Entschieden sei dies noch nicht, sagte Fietz am Montag.

Grundsätzlich unterstütze die Bundesregierung aber das Anliegen der Kommission, sicherzustellen, dass die Mitgliedsstaaten mit Impfstoff versorgt würden, wie in den Verträgen zwischen der Kommission und den Herstellern vereinbart.

Die Impfstoffbeschaffung der Kommission steht insgesamt in der Kritik. Mehr als 1,4 Milliarden Dosen Impfstoff sind bestellt. Allerdings kommen die Lieferungen nicht so schnell an, wie es bei einer stringenteren Verhandlungsführung möglich gewesen wäre, lautet der Vorwurf. (af)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tendenz weiter nach oben: Mit bis zu 400.000 Infektionen durch Omikron pro Tag rechnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler (l.).

© Wolfgang Kumm / dpa

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Für Frauen gelten andere Impfregeln als für Männer, etwa beim Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Djomas / stock.adobe.com

Neue STIKO-Empfehlungen

Welchen Impfschutz junge Frauen brauchen

Erst lokale Modellprojekte zur Grippeimpfung, jetzt bundesweit mit COVID-Vakzinen am Start: Die Apotheker haben erfolgreich einen Fuß in die ambulante Versorgung gesetzt.

© David Inderlied/picture alliance

Impfkampagne

Apotheker ready für die Corona-Impfung to go