Direkt zum Inhaltsbereich

Positionsstreit

Fachärzte warnen vor „Sektoregozentrik“

Der SpiFa appelliert an den Marburger Bund, die Positionen bei der intersektoralen Versorgung nicht zu weit auseinanderdriften zu lassen.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

Berlin. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands plädiert für mehr sektorenübergreifende Versorgung. „Sektorengrenzen sind aus medizinisch-ärztlicher Sicht überholt, dienen allein der ökonomischen Steuerung und behindern eine patientengerechte Versorgung“, heißt es in einer Reaktion des SpiFa auf ein Positionspapier des Marburger Bundes. Gleichzeitig werben die Fachärzte für ihr Konzept der „intersektoralen Leistungen“.

Hybrider Versorgungsbereich

Damit hatte der SpiFa im vergangenen Jahr auf Eckpunkte der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur sektorenübergreifenden Versorgung reagiert. Kern der SpiFa-Vorschläge ist ein hybrider Versorgungsbereich, in den alle stationären Fälle mit einbezogen werden könnten, die vier Tage Liegedauer nicht überschreiten. Der Sachverständigenrat Gesundheit hat vorgearbeitet und einen Katalog von 2600 Leistungen erstellt, die sowohl ambulant als auch stationär erbracht werden können. Ein Gutachten soll nun ausloten, wie sich daraus ein eigener Versorgungsbereich zimmern lassen könnte.

Die Gewerkschaft der Krankenhausärzte hat in ihrem Papier zwar ebenfalls auf eine engere Verzahnung der Arbeit ambulanter und stationär tätiger Fachärzte abgehoben. Es werde aber deutlich, dass der MB die Vernetzung innerhalb der bestehenden Sektorengrenzen sehe, sagte Dr. Hans-Friedrich Spies, Vorstandsmitglied des SpiFa. Der Status quo aber setze die Patienten weiterhin der „Sektoregozentrik“ aus, heißt es beim SpiFa. Die Positionen des MB lehne der Facharztverband daher ausdrücklich ab.

Chance für die Freiberuflichkeit

In deren Überwindung liege die Chance auch für die Krankenhausärzte, die „strukturelle Beeinträchtigung der Freiberuflichkeit durch rein kaufmännisch agierende Krankenhaus-Geschäftsführungen“, sagte Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa.

Gemeinsame Projekte von Marburger Bund und Vertragsärzten gibt es an anderer Stelle. 2017 haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der MB ein gemeinsames Konzeptpapier für eine „integrative Notfallversorgung“ verfasst. Die Reform der Notfallversorgung ist derzeit noch Gegenstand laufender Gesetzgebung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Schnelle Reaktion auf Wechsel im Ministerium

BÄK und PKV-Verband übergeben Linnemann aktualisierte GOÄ-Version

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben