Finanzkrise macht viele britische Banker krank

LONDON (ast). Stress macht krank - diese Erfahrung machen derzeit viele Arbeitsmediziner und Psychiater im Londoner Finanzbezirk.

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Sie berichten seit einigen Monaten immer häufiger, dass die Zahl der Patienten, die wegen stressbedingter Erkrankungen an sie überwiesen werden, um 30 bis 40 Prozent gestiegen ist. Britische Fachärzte sehen einen kausalen Zusammenhang zwischen den anhaltenden Turbulenzen im internationalen Bankwesen und den steigenden Erkrankungszahlen.

Arbeitgeber bieten spezielle Programme an.

"Unsere Patientenzahlen sind binnen zwölf Monaten exorbitant gestiegen", so Mark Beadle, Hauptgeschäftsführer von "Capio Nightingale Hospital", einem privaten Anbieter psychiatrischer Versorgungsangebote in der Londoner City. "Unsicherheiten im internationalen Bankgeschäft und speziell die Kredit- und Immobilienkrise in den USA und deren weltweite Auswirkungen haben dazu geführt, dass immer mehr Mitarbeiter im Bank- und Kreditwesen nervös geworden sind. Die berufliche Zukunft scheint unsicher und das führt unweigerlich zu stressbedingten Beschwerden", sagt Beadle.

Andere Facharztpraxen berichten ähnliches. So kommen immer mehr hochbezahlte Angestellte in die Sprechstunden, weil sie unter Schlafstörungen, Angstzuständen, Depressionen oder Suchterkrankungen leiden. Arbeitsmediziner sehen einen kausalen Zusammenhang zwischen den beruflichen Unsicherheiten und dem Griff zur Flasche oder zu Aufputschmitteln. "In Großbritannien wächst die Angst vor einer Rezession", so Beadle. "Das hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit von ohnehin stressgeplagten Arbeitnehmern."

Wie die Londoner Zeitung "Financial Times" berichtete, nehmen große Bank- und Brokerhäuser die arbeitsmedizinische und psychiatrische Versorgung ihrer Mitarbeiter inzwischen sehr ernst. Fast alle großen Finanzhäuser bieten gestressten Mitarbeitern spezielle Programme an, um mit ihren psychischen Belastungen besser umzugehen.

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