Flensburg kümmert sich intensiv um dänische Patienten

Klinikmitarbeiter sprechen fließend dänisch und die Ärzte sind mit den Behandlungsleitlinien des Nachbarlandes vertraut.

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Flensburg: Kooperation mit Dänemark ermöglicht gute Patientenversorgung, und umgekehrt.

Flensburg: Kooperation mit Dänemark ermöglicht gute Patientenversorgung, und umgekehrt.

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FLENSBURG (di). Deutsche und Dänen wollen in der Gesundheitsversorgung künftig noch enger kooperieren. Die Zusammenarbeit könnte auch für andere Regionen zum Vorbild werden.

Von einer "beeindruckenden Kooperation" sprach Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler nach einem Besuch der Strahlentherapie am St. Franziskus-Hospital in Flensburg. Er kann sich vorstellen, dass andere Grenzregionen von den Erfahrungen in Flensburg profitieren.

Ob allerdings deutsche Patienten künftig ohne bürokratische Hürden dänische Gesundheitseinrichtungen nutzen können, musste Rösler offen lassen. Die dänische Seite erwartet, dass Deutschland die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft, damit auch deutsche Patienten die Behandlungsmöglichkeiten in Süddänemark nutzen können.

Für die dänischen Patienten besteht diese Möglichkeit schon seit Jahren. Seit zwölf Jahren besteht die Kooperation, inzwischen sind 30 Prozent der rund 1000 pro Jahr in der Flensburger Strahlentherapie behandelten Patienten Dänen. Die Mitarbeiter in dem Haus sprechen fließend dänisch und sind mit der dänischen Kultur vertraut. Das bezieht sich auch auf die Medizin: Die Ärzte beherrschen die deutschen und dänischen Behandlungsleitlinien und wenden diese je nach Herkunft des Patienten an. Chefarzt Dr. Hans-Jürgen Brodersen ist regelmäßig zu Gast auf dänischen Fachkonferenzen.

Der enge Austausch hat den Wunsch nach einer noch intensiveren Zusammenarbeit gefördert. Von dänischer Seite wird dafür auch investiert, zum Beispiel beteiligt sich das Königreich, wenn im Flensburger Krankenhaus Neuanschaffungen anstehen, von denen dänische Patienten profitieren. Folge der Kooperation ist eine geringere Wartezeit für dänische Patienten, ohne dass deutsche Patienten benachteiligt werden. Den dänischen Patienten in Süddänemark ist freigestellt, ob sie sich in Vejle, Odense oder Flensburg behandeln lassen. Rund 80 Prozent der Patienten in den grenznahen Orten entscheiden sich für Flensburg.

Das Franziskus-Hospital will langfristig zu einem grenzüberschreitenden Tumorzentrum wachsen. Das Einzugsgebiet dafür ist vorhanden. Rund 250 000 Dänen und 450 000 Deutsche wohnen in der Grenzregion. Rösler kann sich vorstellen, dass sich andere Regionen an der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Dänen orientieren.

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