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Frauenärzte vor Ausstieg aus Brustkrebs-DMP

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BREMEN (cben). Viele Bremer Gynäkologen wollen zum Jahresende aus dem Brustkrebs-DMP aussteigen, weil die Krankenkassen an der Weser die verschriebenen Lymphdrainagen nicht wie in anderen Bundesländern aus dem Praxisbudget heraus rechnen.

Das teilte der Berufsverband der Frauenärzte in Bremen (BVF) mit. Pro Jahr seien 120 Frauen betroffen, insgesamt rund 1000 Bremerinnen, hieß es. In anderen Bundesländern würden solche Drainagen indes komplett bezahlt. "Etwa eine Million Euro kostet es pro Jahr, die Bremer Patientinnen mit Lymphdrainagen und gegebenenfalls Beckenbodengymnastik gegen Harninkontinenz zu versorgen. Tatsächlich stellten die Krankenkassen etwa im Jahr 2006 nur die Hälfte dieser Summe zur Verfügung", so der BVF. Deshalb seien 73 von 96 Bremer Frauenarztpraxen von Regressen bedroht.

Aus den langen Verhandlungen habe man sich nun zurückgezogen, hieß es seitens des BVF. "Seit Jahren wird trotz jährlicher Neuverhandlungen zwischen Krankenkassen und KVHB das Budget für die Frauenärztinnen und -ärzte nicht erhöht. Der Mangel wird wissentlich fortgeschrieben, damit hinterher ein Teil des Geldes über Regresse wieder hereingeholt werden kann", so der Bremer BVF-Vorsitzende Dr. Andreas Umlandt.

Die Ärzte zahlen also aus eigener Tasche, hieß es. Aus Protest gegen die Haltung der Kassen und der KV Bremen werden viele Bremer Frauenärzte aus dem DMP Brustkrebs aussteigen, so Umlandt.

"Die Bremer Krankenkassen kritisieren das Vorgehen der Frauenärzte scharf", erklären dazu die Bremer Krankenkassen, "hier würden die Patientinnen benutzt, um Druck auf die Kassen auszuüben." Betroffen wären knapp 870 Patientinnen. Für das Jahr 2005 seien nur acht Regresse ausgesprochen worden, drei davon in nennenswerter Höhe, hieß es. Sie müssen sich fragen lassen "warum sie -anders als alle anderen Frauenärzte in Bremen - so viele Lymphdrainagen verordnet hätten, obwohl sie im Verhältnis relativ wenig Krebspatientinnen behandelten", so die Kassen.

Im Vergleich zu Hamburg verordneten die Bremer Gynäkologen doppelt so viele Lymphdrainagen pro Praxis.

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