Arzneimittelpolitik

Frühe Nutzenbewertung kurz vor dem Start

BERLIN (HL). Deutschland steht vor einem neuen Kapitel in der Versorgung mit neuen Arzneien: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat jetzt die letzten Voraussetzungen für die frühe Nutzenbewertung geschaffen.

Veröffentlicht:

Dazu hat der Bundesausschuss am Donnerstag die Verfahrensordnung beschlossen; sie muss noch vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden.

Darin werden der Ablauf des Bewertungsverfahrens und die Anforderungen an die von Herstellern einzureichenden Dossiers detailliert beschrieben.

Die frühe Nutzenbewertung gilt für alle Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen, die ab dem 1. Januar 2011 auf den Markt kommen. Ausgenommen davon sind Arzneimittel gegen seltene Krankheiten mit weniger als 50 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Zwei Unternehmen haben bereits - noch vor Inkrafttreten der Verfahrensordnung - Anträge auf eine Nutzenbewertung gestellt. Mit dem Abschluss, der Vereinbarung oder Festlegung eines Höchstbetrages, wird gegen Ende des Jahres gerechnet.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller verspricht ein konstruktives Verhalten der Industrie. Gleichwohl sind Details umstritten.

Der Vorsitzende des Bundesausschusses, Dr. Rainer Hess, erwartet daher Klagen, die aber nur gegen den Höchstbetrag gerichtet sein können und die daher keine aufschiebende Wirkung haben.

Lesen Sie dazu auch: Bundesausschuss beschließt Details zur Nutzenbewertung

Mehr zum Thema

Pandemie global

SPD-Fraktion für lokale Impfstoffproduktion

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis