Rheuma-Vertrag

Früherkennung bei Hausärzten

Der BKK-Vertrag hat das Ziel, Patienten schnell zu identifizieren. Auch Hausärzte können teilnehmen.

Veröffentlicht: 11.11.2014, 15:40 Uhr

KÖLN. In Nordrhein sollen Patienten mit schweren rheumatischen Erkrankungen ambulant besser versorgt werden.

Das ist das Ziel eines Strukturvertrags, den die KV Nordrhein (KVNo) und der Landesverband Nordwest der Betriebskrankenkassen geschlossen haben. An ihm können sich Hausärzte und internistische Rheumatologen beteiligen.

"Der Vertrag zielt darauf ab, dass die betroffenen Patienten frühzeitig identifiziert werden", sagt KVNo-Vorstand Bernhard Brautmeier. Über die Teilnahme an dem Vertrag erhalten Hausärzte die Möglichkeit, Patienten gezielt zu screenen und zeitnah an einen Rheumatologen zu überweisen.

Durch die Einbindung der Hausärzte soll erreicht werden, dass nur die Patienten bei den wenigen Rheumatologen in Nordrhein landen, die tatsächlich eine spezialisierte Versorgung benötigen.

Der Vertrag setzt auf die strukturierte Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte. "Hausärzte bleiben in die Versorgung einbezogen und sind unterstützend tätig", so Brautmeier.

Die koordinierte medizinische Behandlung soll die Lebensqualität der Versicherten dauerhaft erhöhen. Gleichzeitig ist es das Ziel, AU-Zeiten sowie die Zahl stationärer Behandlungen zu reduzieren und Rehabilitationen möglichst früh einzuleiten.

Versicherte der teilnehmenden Betriebskrankenkassen können sich für acht Quartale einschreiben, wenn der Rheumatologe keine längere Dauer für notwendig hält. Voraussetzung ist die gesicherte Diagnose Rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden oder Systemkrankheiten des Bindegewebes.

Für die zusätzlich erbrachten Leistungen zahlen die Kassen eine extrabudgetäre Vergütung. So erhalten Hausärzte eine einmalige Früherkennungspauschale von 20 Euro, bei Bestätigung der Diagnose durch den Rheumatologen einmalig 20 Euro sowie für die Betreuung 15 Euro im Quartal.

Für Fachärzte gibt es unter anderem eine Akutpauschale (50 Euro) und eine Betreuungspauschale (60 Euro). (iss)

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