Berufspolitik

"Fühle mich wie in der Bananenrepublik"

BERLIN (af). Eine bundeseinheitliche Regelung für den Paragrafen 116b SGB V hat Boris Robbers gefordert. "Es darf nicht sein, dass die Umsetzung des Gesetzes von den Launen regionaler Verbandsfunktionäre abhängt", sagte der für die Krankenhäuser zuständige Referatsleiter im niedersächsischen Sozialministerium auf dem Krebskongress in Berlin.

Veröffentlicht: 02.03.2010, 05:00 Uhr

Die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung von Patienten mit seltenen Krankheiten oder besonderen Krankheitsverläufen, verbessere den Zugang von Patienten zu medizinischen Leistungen und sei wirtschaftlich.

Robbers berichtete über die Schwierigkeiten, den Paragrafen in Niedersachsen umzusetzen. Sowohl bei der Kassenärztlichen Vereinigung als auch bei den gesetzlichen Krankenkassen stoße das Ministerium auf ablehnende Haltungen. Die Vertretung der Vertragsärzte habe den Krankenhäusern gedroht, "per Einweisungsverhalten gegenzusteuern".

In Niedersachsen sind von 385 Anträgen bislang 31 genehmigt, darunter 18 für onkologische Behandlungen. Im Nachbarland Schleswig-Holstein ist dagegen weniger Sand im Getriebe. Fast alle Anträge seien abgearbeitet, berichtete Ludger Büttmann aus Kiel. An acht Standorten im Land böten Krankenhäuser ambulante Leistungen vor allem in der Onkologie an.

Es sei ein schlechtes Zeugnis für den Föderalismus in Deutschland, dass ein Gesetz regional parzelliert unterschiedlich umgesetzt werde. Er fühle sich wie in einer Bananenrepublik, sagte Professor Michael Hallek von der Universitätsklinik Köln bei der Veranstaltung "Verbesserung der Versorgung durch Verzahnung der Sektoren". Deutschlandweit sind rund 3500 Anträge nach Paragraf 116 b in der Pipeline. 1045 sind genehmigt.

Mehr zum Thema

Interview mit Ferdinand Gerlach

Versorgungsforschung: „Unser Labor ist die Praxis“

Corona-Schutzschirm

Hessen lässt Ärzte nicht im Regen stehen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
700 Millionen Euro aus eigener Tasche für Hilfsmittel

Einlagen, Hörgeräte & Co

700 Millionen Euro aus eigener Tasche für Hilfsmittel

Versorgungsforschung: „Unser Labor ist die Praxis“

Interview mit Ferdinand Gerlach

Versorgungsforschung: „Unser Labor ist die Praxis“

Ob E-Zigarette oder Tabak: die Spermienzahl sinkt

Rauchen und Dampfen

Ob E-Zigarette oder Tabak: die Spermienzahl sinkt

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden