Direkt zum Inhaltsbereich

Debatte über Zukunft des AMNOG

G-BA-Chefin Optendrenk: AMNOG erfüllt Zweck – aber Blick auf Versorgungsdaten fehlt

Die Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Sonja Optendrenk, bewertet das AMNOG als Verfahren zur frühen Nutzenbewertung innovativer Arzneimittel als weiterhin „richtig und weitestgehend funktionsfähig“. Wie es sich dennoch weiterentwickeln könnte, erklärt sie im Interview mit der Ärzte Zeitung.

Veröffentlicht:
Sonja Optendrenk, seit 2026 Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Sonja Optendrenk, seit 2026 Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), spricht im Interview mit der Ärzte Zeitung auch das AMNOG und mögliche Änderungen.

© Rolf Schulten

Angesichts der anhaltenden Debatten über die Finanzierbarkeit neuer Arzneimittel und die Verfügbarkeit von Innovationen hat Sonja Optendrenk das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) grundsätzlich verteidigt. „Das AMNOG an sich erfüllt den Zweck, für den es geschaffen wurde“, sagte die neue Unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Interview mit der Ärzte Zeitung. Das Verfahren sei „immer noch richtig und weitestgehend funktionsfähig“.

Kritisch bewertet Optendrenk dagegen Bestrebungen, zusätzliche Ausnahmeregelungen im System zu schaffen. Bereits heute seien Tendenzen zu erkennen, „weitere Sondertatbestände zu schaffen“. Das tue dem System nicht gut, so die G-BA-Chefin.

Lesen sie auch

Aus ihrer Sicht liegt die eigentliche Herausforderung weniger im Verfahren der frühen Nutzenbewertung selbst als vielmehr in der Frage, wie sich die Wirtschaftlichkeit neuer Arzneimittel über die Zeit beurteilen lässt. Denkbar sei etwa, Versorgungsdaten stärker in einer zweiten Bewertungsstufe nach der frühen Nutzenbewertung einzubeziehen. Man könne prüfen, „welche Versorgungsdaten wir später, in einer zweiten Stufe nach der frühen Nutzenbewertung, heranziehen können, um die Wirtschaftlichkeit von Arzneimitteln zu betrachten“, erläuterte sie.

Diskutiert wird derzeit, ob das Verfahren zur frühen Nutzenbewertung angesichts der wachsenden Bedeutung von spezialisierten Therapien und mit Blick auf die Verfügbarkeit innovativer Therapien eine Reform bräuchte. (heib/gab)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

An der Spitze des Gemeinsamen Bundesausschusses

G-BA-Vorsitzende Sonja Optendrenk sieht sich als Streiterin der Selbstverwaltung

Ausschuss-Anhörung

Durcheinander 2.0 beim Projekt Notfallversorgung: Wer hat den Hut auf?

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Flexibel bleiben, Betroffene besser einbinden und individuell behandeln

© vege / Fotolia

Hämatologie und Onkologie in Zeiten molekular basierter Therapie

Flexibel bleiben, Betroffene besser einbinden und individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Blutabnahme

© Viacheslav Yakobchuk / stock.adobe.com

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt