ASV

GBA beschließt Zugang für Krebspatientinnen

Ab April könnte es die ASV bereits für vier Indikationen geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat den Weg für die ASV gynäkologischer Tumoren und des Marfan-Syndroms freigemacht.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Mammae transparent: Die ASV öffnet sich für schwere Verlaufsformen von Brustkrebs.

Mammae transparent: Die ASV öffnet sich für schwere Verlaufsformen von Brustkrebs.

© Bernd Wüstneck / dpa

BERLIN. Brustkrebspatientinnen und Frauen mit anderen gynäkologischen Tumoren können sich künftig von Spezialistenteams aus niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten behandeln lassen.

Der Zugang für Patientinnen zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Einzelheiten zu Diagnostik, Behandlung und Beratung hat der Gemeinsame Bundesausschuss jetzt beschlossen.

Sobald das Gesundheitsministerium die Konkretisierungen für die Indikation genehmigt hat, können gemischte Ärzteteams bei den erweiterten Zulassungsausschüssen ihrer Bundesländer die Teilnahme anzeigen. Die Mindestmenge hat der Gemeinsame Bundesausschuss von bisher 330 auf 250 Patientinnen gesenkt, 200 davon mit Mammakarzinomen.

Der GBA will den Ärzteteams erweiterte Diagnosemöglichkeiten an die Hand geben. So sollen zu Lasten der Kassen PET/CT-Untersuchungen bei Patientinnen mit Ovarialkarzinomen möglich werden. Frauen mit bestimmten Mammakarzinomen sollen in der ASV auch von Biomarker-Tests profitieren können. Mit diesen Tests lässt sich bestimmen, ob eine Chemotherapie für suie geeignet ist.

„Die Neuregelungen könnten entscheidend zur Verbesserung des Versorgungsangebots der Patientinnen beitragen“, sagte das unparteiische Mitglied des GBA, Dr. Regina Klakow-Franck.

Warnung des GBA vor Zweiklassenmedizin

Die GBA-Vertreter warnten vor dem Entstehen einer Zweiklassenmedizin. Indem die Regierung die lediglich auf den stationären Sektor beschränkte Vorgängerregelung zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung nicht habe auslaufen lassen, schaffe sie möglicherweise regional unterschiedliche Versorgungsverhältnisse, je nachdem wie stark der 116b alt in einem Bundesland genutzt wurde.

In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen war die Nachfrage nach der Teilnahme hoch, in Baden-Württemberg und Bayern nahezu nicht vorhanden. GBA-Chef Josef Hecken bezweifelte, dass sich in Regionen mit einem hohen 116b alt-Angebot viele Kliniken bereitfänden, auf den Paragraf 116 b neu, die ambulante spezialfachärztliche Versorgung mit ihren höheren und die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten vorschreibenden Anforderungen, umzuschwenken.

„Das bedeutet für Patientinnen, die jetzt schon nach Paragraf 116 b alt behandelt werden, einen Rückschritt“, bedauerte der Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Bernd Metzinger. Dies gelte zum Beispiel für die Nachsorge.

Mit dem Marfan-Syndrom hat der GBA eine weitere seltene Krankheit für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung geöffnet. Hier liegt die vorgegebene Mindestmenge bei 50 Marfan-Patienten im Jahr.

Beim Marfan-Syndrom handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, die sich insbesondere auf die Hauptschlagader, das Herz und das Skelett auswirken kann.

Die ASV ist 2014 mit den Indikationen gastrointestinale Tumoren und Tuberkulose gestartet.

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DGKN-Kongress in Augsburg

Neue Technik für die Therapie zerebraler Erkrankungen

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Lesetipps
Eine Frau steht vor einer schwarzen Wolke.

© 1STunningART / stock.aodbe.com

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie

 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin