Gesundheitsministerkonferenz

Gassen fordert Anpassung der Quarantäneregeln

Am Montag konferieren die Gesundheitsminister. Vertragsärzte-Chef Gassen fordert eine Anpassung der Quarantäneregeln.

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Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Andreas Gassen fordert, angesichts der sich verändernden Bedingungen die Quarantäneregeln anzupassen.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Andreas Gassen fordert, angesichts der sich verändernden Bedingungen die Quarantäneregeln anzupassen.

© Michael Sohn / Associated Press / pictuer alliance

Berlin. Die aktuell gemeldeten hohen Infektionszahlen zeigen nicht das ganze Bild. „Es ist derzeit von mehreren Millionen Infektionen pro Woche auszugehen“, hat sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Andreas Gassen zu Wort gemeldet. Es sei nicht überraschend, dass es derzeit eine hohe Dunkelziffer gebe. Die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 sei von schnellen und enorm vielen Ansteckungen ebenso geprägt wie von „glücklicherweise“ meist leichteren Erkrankungsverläufen, sagte Gassen.

Zuvor hatte Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) öffentlich darüber spekuliert, dass die knapp 300.000 neu gemeldeten Infektionen von Freitag wohl nur die Hälfte des Geschehens abbilde.

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Gassen fordert im Vorfeld der Gesundheitsministerkonferenz am Montag, aus den sich verändernden Bedingungen Konsequenzen zu ziehen. „Die derzeit geltenden Quarantäneregelungen sollten angesichts der insbesondere bei Geimpften überwiegend leichten, oft nahezu asymptomatischen Verläufe geändert werden“, teilte Gassen mit. Asymptomatisch positiv getestete Menschen sollten nicht mehr automatisch in Quarantäne geschickt werden.

Ganze Bundesländer Hot Spots?

Gleichwohl seien vor allem ältere und vorkrankte Menschen ohne Impfung nicht sicher vor einem schweren Verlauf von COVID oder gar Tod, warnte Gassen.

Ein Punkt bei der Gesundheitsministerkonferenz soll sein, ob Länder sich in Gänze zu Corona-Hotspots erklären können, um so die spätestens am 2. April auslaufenden Einschränkungen wie zum Beispiel Maskenpflicht in geschlossenen Räumen weiterführen zu können. Lauterbach hatte am Freitag bereits deutlich gemacht, dass er und Justizminister Marco Buschmann (FDP) diese Möglichkeit sähen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Gesundheitsversorgung in einem Bundesland flächendeckend aufgrund hoher Corona-Infektionszahlen gefährdet sei. (af)

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