Therapeuten warnen

Gespräche nicht gut geschützt

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Psychotherapeuten haben die Bundesregierung aufgefordert, ihre Gespräche mit Patienten bei der Reform des Bundeskriminalamtsgesetzes (BKA-Gesetz) besser zu schützen. "Der Gesetzentwurf hat noch gravierende Lücken", stellt der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Dietrich Munz, am Montag in Berlin anlässlich der Beratung des Gesetzes im Innenausschuss des Bundestages fest. "Die Gespräche mit Psychotherapeuten gehören zum Kernbereich privater Lebensführung, der absolut zu schützen ist und bei dem staatliche Überwachung unzulässig ist."

Anders als Gespräche von Geistlichen, Strafverteidigern, Abgeordneten, Rechtsanwälten und Kammerrechtsbeiständen seien die anderer Berufsgeheimnisträger wie Psychotherapeuten nicht ausreichend geschützt. Damit werde die Offenheit des Therapie-Gesprächs gefährdet, erläuterte die Kammer. Alle Patienten müssten die Möglichkeit haben, sich jederzeit an einen Psychotherapeuten wenden zu können. "Dies gilt insbesondere auch für psychisch kranke, potenzielle Gewalttäter, auf die noch therapeutisch Einfluss genommen werden könnte", hieß es in einer Stellungnahme.

Das BKA-Gesetz soll bereits am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden. (dpa)

Mehr zum Thema

Versorgung schwer psychisch kranker Patienten

KSVPsych-Richtlinie: Ein Anfang, aber mit großen Hürden

Stiftung Münch

Datenschutzrechtlicher Spielraum bei E-Akte bislang ungenutzt

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Bayern-Spieler Joshua Kimmich beim Bundesligaspiel der Münchner gegen Hoffenheim.

© Sven Hoppe/dpa

Leitartikel

Kimmichs Impf-Bedenken und die Frage, wer was warum will

Die AU zur Vorlage bei der Krankenkasse – seit Oktober sollte diese auch elektronisch übermittelt werden können. Inzwischen reduziert sich offenbar auch die Fehlerquote.

© Ulrich Baumgarten / picture alliance

Exklusiv Nach holprigem Start

gematik: Bei elektronischer AU sinkt Fehlerquote deutlich