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Anhörung zum COVID-19-Schutzgesetz

Gesundheitsforscher fordert Kampagne zum richtigen Maske-Tragen

Bürger sollen wieder mehr Maske tragen: So sieht es das Corona-Schutzkonzept für den Herbst vor. Zunächst aber sei mal systematisch aufzuklären, wie Maske überhaupt geht, findet der Berliner Gesundheitswissenschaftler Rolf Rosenbrock.

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FFP2-Maske auf und ab – aber richtig, bitte: Gesundheitsforscher wünschen sich mehr Aufklärung.

FFP2-Maske auf und ab – aber richtig, bitte: Gesundheitsforscher wünschen sich mehr Aufklärung.

© PixelboxStockFootage / stock.adobe.com

Berlin. Die Ampel hat medizinischen und FFP2-Masken eine zentrale Rolle bei der Prävention von Corona-Infektionen im Herbst und Winter zugewiesen. Es handele sich um ein mildes und sehr wirksames Mittel der Pandemiebekämpfung, heißt es.

In einer Stellungnahme für eine Anhörung zum geplanten COVID-19-Schutzgesetz am kommenden Montag (29. August) im Bundestags-Gesundheitsausschuss stützt der Gesundheitswissenschaftler Professor Rolf Rosenbrock diesen Befund im Grundsatz. Zugleich weist Rosenbrock, der auch Mitglied der Kommission zur Evaluierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist, daraufhin, dass die Vorschrift, Maske zu tragen, durchaus einen „Eingriff in Freiheitsrechte“ darstelle.

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„Kognitiv, sozial und emotional nahebringen“

Überdies hänge die Wirksamkeit des Maske-Tragens „wesentlich“ davon ab, dass sie richtig getragen werde. „Diese Bedingung ist nun sehr häufig nicht erfüllt, ein sehr großer Teil der möglichen erwünschten Wirkung wird dadurch verschenkt“, schreibt Rosenbrock, der an der Berlin School of Public Health lehrt und zur Anhörung am Montag als Einzelsachverständiger geladen ist.

Die Wirksamkeit von Schutzmasken lasse sich erheblich verbessern, würde den Menschen das richtige Tragen „kognitiv, sozial und emotional wirklich nahegebracht und nicht nur einfach top down angeordnet“, betont Rosenbrock. Potenziale von Risikokommunikation und Verhaltensprävention seien im Hinblick auf Corona in Deutschland aber bislang „weitgehend unausgeschöpft geblieben“.

Das lasse sich rückwirkend nicht mehr ändern oder reparieren, so der Forscher. „Aber es ist nie zu spät, etwas besser zu machen“. Leider habe er bis dato nichts davon gehört oder gelesen oder gesehen, dass eine systematische Masken-Kampagne vorbereitet werde.

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Finanzmittel sollen gekürzt werden

Im Gegenteil: Laut Entwurf zum Bundeshaushalt 2023 sollten Ausgaben für „Öffentlichkeitsarbeit für Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie“ offenbar von knapp 189.000 Euro im Jahr 2022 auf „Null Euro in 2023“ gesetzt werden.

Das aber, kritisiert Rosenbrock, „wäre unbegreiflich und unverantwortlich und würde auch dem Auftrag aus Paragraf 3 IfSG widersprechen“. Demnach sind „Information und Aufklärung der Allgemeinheit über die Gefahren übertragbarer Krankheiten“ öffentliche Aufgaben.

Nötig sei daher eine Präventionskampagne, die wenige, aber klare Botschaften für die Bevölkerung enthalte. „Es geht um verständliche, nachvollziehbare und praktisch nutzbare Erklärungen, wie eine Maske wirkt und wie man sie benutzt, warum sie vorgeschrieben wird.“ Masken müssten zudem „problemlos verfügbar sein, auch und gerade für diejenigen, für die der Kauf ein finanzielles Problem darstellt“, schreibt Rosenbrock, der auch Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ist. (hom)

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