Gesundheitsminister will ausländische Pfleger anlocken

Was wird aus der Pflege, wenn es keine neuen Fachkräfte gibt? Gesundheitsminister Bahr will die Schranken öffnen und Pfleger aus Ost- und Südeuropa ins Land holen.

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"Verstehen Sie mich?"

"Verstehen Sie mich?"

© Rainer Jensen / dpa

BERLIN (eb). Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will angesichts des drohenden Fachkräftemangels in der Pflege den Zuzug von Pflegekräften aus dem Ausland erleichtern.

Die bisherigen Lockerungen reichten nicht aus. "Deshalb halte ich es für nötig, die Zuwanderungsbestimmungen für Pflegekräfte aus dem Ausland, beispielsweise aus Osteuropa und Südostasien, weiter zu lockern", sagte Bahr der "Financial Times Deutschland" (FTD).

Deutsche Pflegekräfte würden den kommenden Bedarf kaum decken können, begründete der Minister. Daher brauche man die Zuwanderung von qualifizierten Kräften.

Berufs- und Pflegeverbände gehen davon aus, dass perspektivisch Zehntausende Fachkräftestellen in der Pflege nicht besetzt werden können.

Kritik am EU-Vorstoß

Jüngst war der Bundesverband privater Pflegeanbieter (bpa) vorgeprescht. Schon heute könnten 10.000 neue Fachkräfte in den Mitgliedsunternehmen eingestellt werden, sagte bpa-Chef Bernd Meurer Anfang April.

Gesundheitsminister Bahr sieht Deutschland außerdem im Wettbewerb mit anderen EU-Staaten: "Wenn Deutschland die Zuwanderung von qualifizierten Pflegekräften nicht erleichtert, werden andere Länder sie abwerben", sagte er der FTD.

Die von der EU-Kommission geplante Harmonisierung der Berufsqualifikation für Pflegeberufe griff der Minister an. Haupt- und Realschüler hätten kaum noch Chancen auf eine Pflegeausbildung.

Der Kommissionsvorschlag sieht eine zwölfjährige Schulzeit als Mindestvoraussetzung für den Einstieg in Pflegeberufe vor. Bahr: "Das halte ich für eine absolute Fehlentwicklung, die den drohenden Fachkräftemangel noch verschärft."

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