Pflege wirbt um Mitarbeiter von Schlecker

Der Fall Schlecker ähnelt einem Pulverfass: Während 10.000 Menschen vor der Kündigung stehen, streitet die Politik um die richtigen Rezepte. Eine Rettung könnte die Pflege sein: die privaten Anbieter reichen bereits die Hand.

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Restebeseitigung: Die Pflege bietet Jobs für ehemalige Schlecker-Mitarbeiter.

Restebeseitigung: Die Pflege bietet Jobs für ehemalige Schlecker-Mitarbeiter.

© Julian Stratenschulte / dpa

BERLIN (nös). Die privaten Pflegeanbieter haben angeboten, ehemalige Mitarbeiter der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker aufzunehmen.

"Allein in den 7000 Mitgliedbetrieben könnten sofort 10.000 Fachkraftstellen zusätzlich besetzt werden", heißt es in einem Brief des Bundesverbands privater Pflegeanbieter (bpa) an den Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Der Verband empfiehlt die Umschulung der Mitarbeiter zu Altenpflegefachkräften.

"Während in vielen anderen Branchen Arbeitsplätze weggefallen sind, wurden und werden in unsere Branche fortlaufend neue Arbeitsplätze geschaffen", schreibt bpa-Chef Bernd Meuer in dem Brief, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Meurer bot Geiwitz an, "gemeinsam nach Qualifikationsmöglichkeiten für die jetzt arbeitslosen" Schlecker-Mitarbeiter zu suchen. Eine "konkrete Möglichkeit" sei die Umschulung "von einem Teil der bisherigen Beschäftigten".

Widerstand von der FDP

Meurer hofft auf die Unterstützung durch die Politik und möchte die "sich abzeichnenden Möglichkeiten der Förderung aufgreifen".

Zuvor waren Pläne für eine Auffanggesellschaft für die mehr als 11.000 Mitarbeiter gescheitert. Die Beschäftigen hätten darin weitergebildet und für den Arbeitsmarkt fitgemacht werden sollen.

Vor allem die FDP in Bayern hatte sich gegen eine solche Transfergesellschaft ausgesprochen. Die Bundesagentur für Arbeit hatte angekündigt, dass der Arbeitsmarkt die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten aufnehmen könne.

Für die insolvente Drogeriekette Schlecker gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters derzeit drei bis fünf Investoren, die ein konkretes Interesse an dem Unternehmen haben.

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