Sicherheit verbessert

Göttinger Krankenhaus ausgezeichnet

Das Evangelische Krankenhaus Göttingen Weende erhält den Niedersächsischen Gesundheitspreis 2014.

Veröffentlicht:

GÖTTINGEN. Fehler und Risiken offen thematisieren, um sie als Chance zur Verbesserung begreifen und nutzen zu können - das ist das Kernziel des Projekts "Einführung einer Sicherheitskultur", mit dem das Evangelische Krankenhaus Göttingen Weende den Niedersächsischen Gesundheitspreis 2014 in der Kategorie "Mehr Sicherheit für Patientinnen und Patienten" gewonnen hat.

Das Haus hat 110 Mitarbeiter und verfügt über 448 Betten.

Alles begann mit einer anonymen Mitarbeiterbefragung. Aus den Ergebnissen schlossen die Initiatoren, dass es dreier Faktoren bedarf, um eine bessere Sicherheitskultur im Haus zu installieren. Zum einen die "harten" Faktoren, also Instrumente und Methoden, die ein strukturiertes Sicherheits- und Fehlermanagement unterstützen können.

Enttabuisierung von Fehlern

Auf der anderen Seite die "Soft Skills", die die Einstellungen zu und den Umgang mit den Themen Fehler und Sicherheit prägen. Als dritter Ansatzpunkt wurden die Patienten selbst gewählt. Auch sie sollen helfen, Risiken abzubauen.

Es folgten ab April 2012 für die sechsmonatige Dauer des Projekts professionell begleitete Einzel-, Gruppen- und Teamcoachings für alle Führungskräfte des Hauses. Um Patientenverwechslungen zu vermeiden, wurden Armbänder eingeführt.

Außerdem führte das Haus Fallbesprechungen ein, um Fehler zu enttabuisieren und Mitarbeiter aufzufangen, wenn ihnen ein Fehler unterlaufen ist.

Statt ihnen dann ihre Mängel vorzuhalten, kümmerte man sich stattdessen um ihre Fähigkeiten, weitere Fehler zu vermeiden. Auch Artikel in der Mitarbeiterzeitschrift des Hauses trugen dazu bei, das Schweigen über Fehler zu beenden.

 Der Gesundheitspreis ist mit insgesamt 17 000 Euro dotiert. Ausgeschrieben wurde er in diesem Jahr gemeinsam vom niedersächsischen Gesundheits- und dem Wirtschaftsministerium, der AOK, der KV sowie der Apothekerkammer Niedersachsen. (cben)

Mehr zum Thema

Koalitionsgespräche

FDP-Chef spricht vorsorglich von „Zweckbündnis“

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher