Berufstätige Pflegende

Große Zustimmung für Pflegegeld für Angehörige

Ein Pflegegeld für Berufstätige, die Angehörige pflegen gibt es nicht. Es würde Wertschätzung signalisieren.

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KÖLN. Die Einführung eines Pflegegeldes für berufstätige pflegende Angehörige hätte einen breiten gesellschaftlichen Rückhalt. Das zeigen Zwischenergebnisse des Forschungsprojektes „Normen im demographischen Wandel“, das von der Kölner Medizinethikerin Professorin Christiane Woopen geleitet wird.

Woopen ist Direktorin des Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (Ceres), das das Projekt leitet und koordiniert.

Ziel ist die Erforschung des Normenwandels im Gesundheitswesen der alternden Gesellschaft. Als Teil des Projekts wurden insgesamt 1682 Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen online befragt, die in Bezug zum Gesundheitswesen stehen.

Von ihnen sprechen sich 88,6 Prozent für ein dem Elterngeld vergleichbares Pflegegeld aus, das als Lohnersatzleistung an pflegende Angehörige ausgezahlt wird.

„Lohnersatzleistungen für pflegende Angehörige können gesellschaftliche Wertschätzung ausdrücken und zusammen mit professioneller Unterstützung eine breitere Pflegebereitschaft fördern“, sagt Woopen. „Besonders Frauen würden davon profitieren, da sie noch immer den Großteil der Pflege leisten und dadurch in Einkommen und Rente benachteiligt werden.“

Hausbesuche zur frühzeitigen Erkennung

Eine frühzeitige professionelle Unterstützung von pflegenden Angehörigen halten 67 Prozent der Befragten für wichtig. 87 Prozent plädieren für die kommunale Beratung und Unterstützung bei beginnender Pflegebedürftigkeit.

Mit 75,8 Prozent spricht sich auch eine große Mehrheit für Hausbesuche bei älteren Menschen zur frühzeitigen Erkennung von Beeinträchtigungen der Eigenständigkeit aus.

54,7 Prozent befürworten flächendeckende Präventionsangebote für Hochaltrige. Die endgültigen Ergebnisse des Projekts werden voraussichtlich im Januar 2020 vorgestellt.

Aus ihnen sollen Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Gesundheitssystems und der Organisation von Pflege für die Zukunft abgeleitet werden.

„Normen im demographischen Wandel“ wird über zweieinhalb Jahre mit 400.000 Euro vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. Beteiligt sind neben dem Ceres das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung sowie das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse.

Projektpartner sind die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, die Diakonie Deutschland und der Deutsche Caritasverband. (iss)

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