Vorstandsbeschluss

Grünen-Fraktion setzt auf Primärversorgungszentren

Ländliche Räume bedürfen laut Grünen-Bundestagsfraktion mehr Unterstützung – etwa bei der Daseinsvorsorge. Einen Hebel dafür hat man ausgemacht – und der biete auch jungen Ärzten Chancen.

Veröffentlicht:
Ländliche Idylle: Aber wie lässt sich die medizinische und pflegerische Versorgung dort sicherstellen?

Ländliche Idylle: Aber wie lässt sich die medizinische und pflegerische Versorgung dort sicherstellen?

© matthewleesdixon / Getty Images / iStock

Berlin. Die Grünen-Bundestagsfraktion hat einen stärkeren Fokus auf die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Räumen angemahnt. Die in der öffentlichen Debatte oft vereinfachende Gegensätzlichkeit von Stadt und Dorf habe eine „Unwucht“, so der Fraktionsvorstand.

Tatsächlich lebten die meisten Menschen in Deutschland weder in Großstädten noch in Dörfern, „sondern in den Klein- und Mittelstädten in ländlichen Räumen“. Deshalb verdienten ländliche Räume mehr Unterstützung – etwa beim Ausbau der Infrastruktur, bei gesellschaftlicher Teilhabe oder bei der Daseinsvorsorge.

„Rückzug der stationären Versorgung“

Letztere umfasst bekanntlich auch die medizinisch-pflegerische Versorgung vor Ort. In einem Vorstandsbeschluss der Grünen-Fraktion heißt es dazu, das bisherige fallpauschalen-basierte Finanzierungssystem in den Krankenhäusern habe einen „Rückzug der stationären Versorgung aus der Fläche“ bewirkt. Dies habe sich auch negativ auf das Angebot an Facharztpraxen oder Nachsorgehebammen ausgewirkt.

Bestehende Fehlanreize hätten insbesondere die Versorgung in ländlichen Räumen gefährdet. Mit der von Bund und Länder geplanten Krankenhausreform sollten „falsche ökonomische Anreize“ überwunden und die Zukunft „vieler Häuser“ auf dem Land gesichert werden, heißt es in dem Beschluss.

Lesen sie auch

Alle Menschen in Deutschland müssten sich, unabhängig vom Wohnort, „wieder“ auf eine „gute und erreichbare medizinische Versorgung“ verlassen können. Einen Ansatz, dem gerecht zu werden, sehen die Grünen in sogenannten Primärversorgungszentren.

„Kurze Wege für die Patienten“

Deren Aufbau werde mit dem geplanten Gesundheitsversorgungsstärkungs-Gesetz derzeit vorbereitet. Idee der Zentren sei, dass dort Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten unter einem Dach zusammenarbeiteten und nach Möglichkeit „für kurze Wege“ für die Patienten sorgten.

Ein weiterer Vorteil sei: Junge Allgemeinmediziner und Fachärzte müssten dann in dünner besiedelten Regionen nicht mehr als Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer das gesamte wirtschaftliche Risiko schultern, argumentiert die Grünen-Fraktionsspitze.

Lesen sie auch

Zugleich will die Fraktion neue Berufsbilder in der Versorgung wie etwa die Community Health Nurse stärken. Mit dem im Juni verabschiedeten Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz (PUEG) habe die Ampelkoalition bereits ein Programm für Quartiersprojekte auf den Weg gebracht. „Damit helfen wir Kommunen, Unterstützungsstrukturen für die Pflege vor Ort auszubauen.“ (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bessere Rahmenbedingungen von Politik gefordert

Experten alarmiert: Social Media verdrängt wichtiges Spielen bei Kindern

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Frühe Ausbeutung im PJ raubt künftige Motivation

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Ärztin zieht eine Impfung auf, eine ältere Frau sieht sich die Spritze an.

© Angelov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen