Berufspolitik

Häufig Verkehrsopfer, selten Unfallverursacher

KÖLN (iss). Es gibt keinen Grund, die Prüfungen zur Fahrtauglichkeit bei Senioren restriktiver zu handhaben als bisher. Verkehrsteilnehmer über 65 Jahren verursachen deutlich seltener Unfälle als andere Altersgruppen.

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Das zeigt eine Studie der Allianz Versicherung in Zusammenarbeit mit dem European Transport Safety Council. Für die Untersuchung hat der Versicherer amtliche Unfallstatistiken sowie seine eigene Unfalldatenbank ausgewertet. Einbezogen waren dabei nicht nur Unfälle mit Autofahrern, sondern auch mit Radfahrern, Beifahrern und Fußgängern. Zwar steigt danach bei Pkw-Lenkern über 75 Jahren die Unfallgefahr, sie bleibt aber dennoch deutlich unter dem Niveau der 18- bis 24-Jährigen.

"Eine Notwendigkeit für eine pauschale Verschärfung rechtlicher Rahmenbedingungen bei Senioren jeden Alters lässt sich derzeit durch unsere Untersuchung nicht erkennen", sagt Dr. Karl-Werner Gutberlet vom Vorstand der Allianz Versicherung.

Zwar könnten körperliche und geistige Schwächen im Alter vermehrt auftreten und im Einzelfall zu schweren Verkehrsunfällen führen. "Aber trotz dieser tragischen Unfälle zeigt die Allianz Unfallstudie im gesamtstatistischen Ergebnis, dass ältere Verkehrsteilnehmer kein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr darstellen und überwiegend mehr Opfer als Verursacher sind", stellt Gutberlet klar. Konsequenzen auf die Kalkulation der Kfz-Prämien für ältere Autofahrer will die Allianz aus der Studie nicht ziehen.

Im Vorfeld der Einführung des neuen EU-Führerscheins im Jahr 2007 hatte die EU-Kommission in Brüssel einen länderübergreifenden Gesundheitstest für ältere Autofahrer gefordert. Dieser Vorstoß war aber vom Europaparlament zurückgewiesen worden.

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