Medizinstudium

Hartmannbund kritisiert neue Approbationsordnung

Spahns Vorschlag für die Reform der Medizinerausbildung überzeugt den Hartmannbund noch nicht. Eine Entschlackung des Studiums sehe anders aus.

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Berlin. Mehr Schatten als Licht sieht der Hartmannbund in der geplanten Reform des Medizinstudiums. Unter anderem mit mehr digitalen Lehrformaten, einer neuen Aufteilung des Praktischen Jahres (PJ) und einer stärkeren Förderung von Allgemeinmedizin und ÖGD-Themen will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Studium reformieren. Dazu hatte er noch im vergangenen Jahr einen Referentenentwurf vorgelegt und die Ärzteverbände um Stellungnahme gebeten.

Das Urteil des Hartmannbundes: Mit einer Erhöhung der Gesamtstundenzahl des Medizinstudiums um 825 Stunden – nämlich von bislang 6144 auf künftig 6976 Stunden –, ohne die Regelstudienzeit anzupassen, erreiche man das Ziel des Masterplans Medizinstudium 2020, das „überfrachtete“ Studium zu entschlacken, nicht. Damit steige die ohnehin schon hohe zeitliche Belastung der Studierenden weiter an, moniert der Ärzteverband.

Weniger Gestalungsspielraum für Medizinstudenten

Gleichzeitig würden durch die inhaltliche Aufteilung der Blockpraktika und den neuen allgemeinmedizinischen Anteil an der M3-Prüfung die Gestaltungsmöglichkeit für die Studierenden eingeschränkt. Zwar wertet der Verband positiv, dass das PJ statt wie bislang in Tertiale nunmehr in Quartale unterteilt wird. Da die M3-Prüfung aber einen ambulanten Fall aus der Allgemeinmedizin enthalten soll, würden die „Studierenden tendenziell zu einem PJ-Quartal in der Allgemeinmedizin gedrängt“. Auch die Anzahl der vorgesehenen allgemeinmedizinischen Praktika sollte laut Hartmannbund zugunsten eines zusätzlichen Wahlblockpraktikums reduziert werden.

In Sachen angemessene PJ-Vergütung müsse der Entwurf ebenfalls nachgebessert werden. Die PJ-ler sollten 40 Stunden pro Woche an der Gesundheitsversorgung teilnehmen, eine Arbeit, die angemessen entlohnt werden müsse. Deshalb sollte eine verpflichtende Aufwandsentschädigung in Höhe des geltenden BAföG-Höchstsatzes in der Approbationsordnung verankert werden.

Zustimmung findet Spahns Plan, digitale Lehrformate stärker im Studium zu integrieren. Diese müssten aber auch aktuell gehalten und entsprechendes Lehrpersonal vorgehalten werden, fordert der Hartmannbund. (reh)

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