Weiterbildung

Hausärzte wollen Kompetenzen erhalten

Bei der Novellierung der Weiterbildungsordnung wollen die Hausärzte auf der Hut sein. Ihr Ziel: Nicht noch mehr Kompetenzen zu verlieren.

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DORTMUND. Die Hausärzte wollen keine weitere Einschränkung ihrer Kompetenzen bei der Novellierung der Weiterbildungsordnung hinnehmen. "Seit Jahrzehnten geht immer etwas verloren. Wir werden anfangen müssen, unsere Kompetenzen zu erhalten und auch zurückzuerobern", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt auf der Frühjahrstagung am Freitag in Dortmund.

"Fatal ist, dass nicht nur das KV-System die Versorgungsnotwendigkeiten ignoriert, sondern auch und gerade die Kammerwelt das Austrocknen der umfassenden hausärztlichen Versorgung nachhaltig fördert", kritisierte Weigeldt mit Blick auf den anstehenden Deutschen Ärztetag in Düsseldorf.

Es vergehe keine Novellierung, ohne dass Kompetenzen aus dem Fach Allgemeinmedizin entfernt und einem "kleinen anderen Fach" zugeordnet würden. "Das schlägt sich dann in der fehlenden Abrechnungsmöglichkeit im EBM nieder."

Er verwies auf den Hörtest und die Messung des Augeninnendrucks. Beides seien einfache Verfahren, die aber von Hausärzten nicht abgerechnet werden dürften. "Die Beispiele zeigen, dass wir Bedarf haben, die Allgemeinmedizin wieder vollständig gestalten zu können." Einstimmig verabschiedeten die Delegierten einen Antrag, der den Erhalt der Schilddrüsensonografie für Hausärzte in der zukünftigen Weiterbildungsordnung fordert.

Korrektiv für die Fachgesellschaften

Auf dem Ärztetag seien keine Beschlüsse zur Weiterbildungsordnung zu erwarten, wohl aber Änderungen an dem von der Bundesärztekammer vorgeschlagenen Modell verschiedener Kompetenzebenen, sagte er. "Die Kritik hat wohl gewirkt."

Gemeinsam mit anderen Berufsverbänden will der Verband bei der Novellierung ein Schreibrecht verlangen. "Diese Forderung lassen wir keineswegs fallen." Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften brauchen nach Einschätzung Weigeldts ein Korrektiv aus der Praxis.

Bestrebungen, die ambulante Weiterbildung für alle Fächer verpflichtend zu machen, erteilte er erneut eine Absage. "Das ist der Versuch, die Fördermittel umzuleiten." Das sehe nicht nur der Deutsche Hausärzteverband so. Gespräche mit dem BDI, dem Hartmannbund und dem Marburger Bund hätten ähnliche Auffassungen gezeigt.

Es sei an der Zeit, mit dem Berufsverband der Internisten (BDI) wieder über die Qualifikation zur hausärztlichen Versorgung zu sprechen, sagte Weigeldt. Dies geschehe in sehr kollegialer Atmosphäre, ohne dass noch strittige Punkte ausgeklammert würden.

In diesem Zusammenhang müsse man über Möglichkeiten nachdenken, wie Kolleginnen und Kollegen ein Umstieg aus anderen Fächern in die hausärztliche Versorgung ermöglicht werden kann. "Wir sollten nicht auf andere warten, sondern wir sollten es selbst tun", betonte er. (iss)

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