Berufspolitik

Hausarztverein Nürnberg hält Korbmodell für passé

NÜRNBERG (sto). Das Korbmodell des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) ist nach Ansicht des Hausarztvereins Nürnberg und Umgebung gescheitert.

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Viel beachtetes Happening: Protest der bayerischen Hausärzte zum Ausstieg aus dem GKV-System bei einer Veranstaltung Ende Januar in Nürnberg.

Viel beachtetes Happening: Protest der bayerischen Hausärzte zum Ausstieg aus dem GKV-System bei einer Veranstaltung Ende Januar in Nürnberg.

© Foto: do

Die Aufforderung zur Rückgabe der Kassenzulassung habe sich als der falsche Weg herausgestellt und in eine berufspolitische Sackgasse geführt, heißt es in einer Erklärung des Vorstands des Nürnberger Hausarztvereins.

Nicht zuletzt im Interesse jener Hausärzte, die ihre Zulassung in den Korb gelegt haben und auf Veränderung warten, müsse die Blockade in Bayern jetzt überwunden werden, erklärte der Vize-Vorsitzende des Hausarztvereins Dr. Michael Bangemann, bis vor kurzem noch stellvertretender BHÄV-Landesvorsitzender.

Bei einer Versammlung in Nürnberg haben der Presseerklärung zufolge Nürnberger Hausärzte der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft des Deutschen Hausärzteverbandes "ab sofort" das Verhandlungsmandat über einen Hausarztvertrag in Bayern erteilt. "Was in Baden-Württemberg geht, muss auch in Bayern gehen", sagte Bangemann.

In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung habe die Versammlung darüber hinaus "in tiefer Sorge um die Einheit der Hausärzte" die Mitgliederversammlung des Bayerischen Hausärztetages, die am 19. Juli in Bamberg tagt, aufgerufen, für die Einheit der bayerischen Hausärzteschaft einzutreten. "Die derzeitige Politik des Hausärzteverbands in München bedarf eines deutlichen Wechsels, um die konkrete Gefahr einer Spaltung abzuwenden", heißt es.

In einer Stellungnahme erklärte der kommissarische Vorsitzende des Bezirks Mittelfranken im BHÄV, Dr. Jürgen Binder aus Erlangen, mit der Aktion habe sich der Hausarztverein Nürnberg und Umgebung isoliert. Dem Verein gehörten nur 30 von mehr als 300 Hausärzten in Nürnberg an. Sein Bestreben sei es, widerstrebende Interessen in Mittelfranken zusammenzuführen. Er sehe keine Anzeichen für eine Spaltung des Bayerischen Hausärzteverbandes.

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