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Prävention

US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen

Donald Trumps Regierung hat die Impfempfehlungen für Kinder von bislang 17 auf künftig 11 Impfungen eingedampft. Weggefallen ist unter anderem die RSV-Impfung.

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Mädchen bei einer Impfaktion

Junges Mädchen nach einer Impfung (Archivbild): In den USA werden nun deutlich weniger Standardimpfungen empfohlen.

© Robert Michael / dpa / picture alliance

US-Präsident Donald Trumps Regierung rät künftig zu deutlich weniger Impfungen für Kinder als bislang. Die Impfempfehlung solle nur noch für die elf „schwerwiegendsten und gefährlichsten Krankheiten“ gelten, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. „Eltern können ihren Kindern weiterhin alle Impfungen verabreichen lassen, falls gewünscht“, schrieb Trump weiter. Die Kosten dafür würden weiter von den Krankenkassen übernommen.

Bis Ende 2024 waren laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC noch 17 Immunisierungen für Kinder vorgesehen. Zu den Impfungen, die nun nicht mehr allgemein empfohlen werden, gehören jene für Rotaviren, Hepatitis A, Hepatitis B, RSV-Infektionen, Meningokokken B und Meningokokken ACWY. Das ging aus einer Übersicht der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor.

Vergleich mit anderen Industrieländern

Trumps Gesundheitsminister Robert Kennedy steht Impfungen sehr skeptisch gegenüber. Die Überarbeitung der Impfempfehlungen für Kinder war bereits Anfang Dezember angekündigt worden. Die Empfehlungen sollten dabei mit denen anderer Industrieländer verglichen werden.

Zur Begründung hieß es, mit Impfungen gegen so viele Krankheiten nähmen die USA eine „Sonderstellung“ im Vergleich zu anderen Industrienationen ein. Demnach sieht Deutschland Impfungen gegen 15 Krankheiten vor, in Dänemark sind es nur zehn.

Anders als nun in den USA, gehört die Impfung gegen Rotaviren und Meningokokken sowie die RSV-Impfung aber sehr wohl in Deutschland noch zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen. Der STIKO-Impfkalender listet die jeweils empfohlenen Standardimpfungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Der US-Berufsverband der Kinderärzte (AAP) kritisierte die neuen, eingedampften Impfempfehlungen als „gefährlich und unnötig“. Weiter hieß es: „Die Vereinigten Staaten sind nicht Dänemark, und es gibt keinen Grund, den dänischen Impfplan den amerikanischen Familien aufzuzwingen.“ Die Krankheitsrisiken und Gesundheitssysteme beider Länder würden sich „erheblich“ voneinander unterscheiden.

Welche Impfungen die Behörde nun noch vorsieht

Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag mitteilte, wurden bei der jüngsten Neubewertung 20 „vergleichbare Industrieländer“ herangezogen. Weiterhin empfiehlt die Behörde nun noch in den USA Impfungen gegen:

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Grippe (Hib)
  • Pneumokokken
  • Polio
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Humane Papillomviren (HPV)
  • Varizellen

Eltern könnten jederzeit mit ihren Kinderärzten über mögliche weitere Impfungen sprechen, hieß es. (dpa/eb)

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