Kita in Essen

Hebamme berät Familien zu Gesundheit

In einer Essener Kita soll eine Hebamme die Entwicklung von Kindern fördern. Mehrere Betriebskassen kofinanzieren das Projekt.

Veröffentlicht: 07.07.2014, 10:04 Uhr

KÖLN. In der Kindertagesstätte des Kinder- und Familienzentrums "Blauer Elefant" in Essen-Stadtmitte hat seit März eine Familienhebamme die gesundheitliche Entwicklung der kleinen Kinder im Blick. Sie bietet Familien Unterstützung und Beratung in allen Fragen rund um Gesundheit und Prävention. Wenn nötig, stellt die Hebamme Kontakt zu Einrichtungen des Gesundheitswesens oder der Kinder- und Familienhilfe her.

"Gesundheit von S bis Z. Früher Start in ein gesundes Leben - Punkte und Verbindungen zum Ziel" ist vom Deutschen Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen und dem zum System der Betriebskrankenkassen gehörenden "Team Gesundheit" entwickelt worden.

Kern des Konzepts ist die enge Zusammenarbeit von Familienhebammen und Sozialpädagogen. Sie sollen Eltern und Kinder, die Unterstützung benötigen, ohne Brüche möglichst von der Schwangerschaft bis zum Schulbeginn begleiten.

Fünf Jahre lang wird die Umsetzung in der Essener Kindertagesstätte von der BKK PwC, der E.ON BKK, der BKK RWE und dem Verein Betriebliche Krankenversicherung mit 60.000 Euro im Jahr gefördert. Das Engagement ist Teil des Pilotprojekts "Prävention in Lebenswelten" der Betriebskrankenkassen.

Es hat zum Ziel, die Entwicklungs- und Lebensbedingungen von Kindern durch frühzeitige Information, Beratung, Begleitung und Förderung der Familien zu verbessern.

Kassen finanzieren Anstellung

In Essen finanzieren die Kassen zunächst die Anstellung der Hebamme. Sie kümmert sich vor allem um die schwangeren Frauen und die Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Ihre Arbeit soll langfristig durch eine Sozialpädagogin ergänzt werden.

"Wir möchten unser Know-how aus dem Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung auf andere Lebenswelten übertragen", sagt Lars Grein, Vorstand der BKK PwC.

Die Kassen haben nach Brennpunkten gesucht, in denen gezielte Ansätze der Gesundheitsförderung besonders sinnvoll sind. Die Essener Kindertagesstätte betreut viele Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.

"Gerade in den ersten beiden Lebensjahren der Kinder brauchen manche Familien Unterstützung", sagt Grein. Die Familienhebamme kann die Eltern an Vorsorgeuntersuchungen erinnern und sie über gesundheitsförderndes Verhalten informieren.

Zur Unterstützung gehört auch die Begleitung beim Arztbesuch.Das Konzept soll in andere Städte übertragen werden. Zurzeit suchen Betriebskrankenkassen in Hamburg nach einer geeigneten Einrichtung, berichtet Grein. (iss)

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