Kita in Essen

Hebamme berät Familien zu Gesundheit

In einer Essener Kita soll eine Hebamme die Entwicklung von Kindern fördern. Mehrere Betriebskassen kofinanzieren das Projekt.

Veröffentlicht:

KÖLN. In der Kindertagesstätte des Kinder- und Familienzentrums "Blauer Elefant" in Essen-Stadtmitte hat seit März eine Familienhebamme die gesundheitliche Entwicklung der kleinen Kinder im Blick. Sie bietet Familien Unterstützung und Beratung in allen Fragen rund um Gesundheit und Prävention. Wenn nötig, stellt die Hebamme Kontakt zu Einrichtungen des Gesundheitswesens oder der Kinder- und Familienhilfe her.

"Gesundheit von S bis Z. Früher Start in ein gesundes Leben - Punkte und Verbindungen zum Ziel" ist vom Deutschen Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen und dem zum System der Betriebskrankenkassen gehörenden "Team Gesundheit" entwickelt worden.

Kern des Konzepts ist die enge Zusammenarbeit von Familienhebammen und Sozialpädagogen. Sie sollen Eltern und Kinder, die Unterstützung benötigen, ohne Brüche möglichst von der Schwangerschaft bis zum Schulbeginn begleiten.

Fünf Jahre lang wird die Umsetzung in der Essener Kindertagesstätte von der BKK PwC, der E.ON BKK, der BKK RWE und dem Verein Betriebliche Krankenversicherung mit 60.000 Euro im Jahr gefördert. Das Engagement ist Teil des Pilotprojekts "Prävention in Lebenswelten" der Betriebskrankenkassen.

Es hat zum Ziel, die Entwicklungs- und Lebensbedingungen von Kindern durch frühzeitige Information, Beratung, Begleitung und Förderung der Familien zu verbessern.

Kassen finanzieren Anstellung

In Essen finanzieren die Kassen zunächst die Anstellung der Hebamme. Sie kümmert sich vor allem um die schwangeren Frauen und die Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Ihre Arbeit soll langfristig durch eine Sozialpädagogin ergänzt werden.

"Wir möchten unser Know-how aus dem Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung auf andere Lebenswelten übertragen", sagt Lars Grein, Vorstand der BKK PwC.

Die Kassen haben nach Brennpunkten gesucht, in denen gezielte Ansätze der Gesundheitsförderung besonders sinnvoll sind. Die Essener Kindertagesstätte betreut viele Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.

"Gerade in den ersten beiden Lebensjahren der Kinder brauchen manche Familien Unterstützung", sagt Grein. Die Familienhebamme kann die Eltern an Vorsorgeuntersuchungen erinnern und sie über gesundheitsförderndes Verhalten informieren.

Zur Unterstützung gehört auch die Begleitung beim Arztbesuch.Das Konzept soll in andere Städte übertragen werden. Zurzeit suchen Betriebskrankenkassen in Hamburg nach einer geeigneten Einrichtung, berichtet Grein. (iss)

Mehr zum Thema

Neue Grenzwerte für Feinstaub & Co

EU: Parlament und Rat einig bei neuen Luftqualitätsnormen

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplikationen bei Diabetes

Diabetische Hand: leicht zu erkennen, oft übersehen

Lesetipps
Mit ihren Erfahrungen seien Krebspatienten als gleichwertige Partner in der Forschung anzusehen, sie seien deshalb in diese mit einzubeziehen, forderte Kongresspräsident Professor Reinhard Büttner bei der Eröffnung des DKK 2024.

© Peter-Paul Weiler

Eröffnung des DKK 2024

Appell beim Krebskongress: Patienten stärker in die Forschung einbeziehen!

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Während der Eröffnungspressekonferenz zum DKK 2024 sprachen PD Dr. Yuri Tolkach (v.l.), Prof. Reinhard Büttner, Bärbel Söhlke, Prof. Michael Ghadimi und Gerd Nettekoven zu dem Motto „Fortschritt gemeinsam gestalten“. 

© Peter-Paul Weiler

Neues aus der Krebsversorgung

Pathologe Tolkach: „Wir werden mit KI-Algorithmen präziser und objektiver“

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
 Auf therapeutischer Seite lohnt der Blick in Richtung Mikrobiom deswegen, weil es Einfluss nehmen kann auf die Effektivität bzw. die Toxizität einer Krebstherapie.

© © maxrosoftig / stock.adobe.com

Einfluss von Bakterien & Co

Mikrobiom und Krebs – viel Hoffnung, noch mehr Fragezeichen

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe