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Heinrich: "Zwangsaufkauf von Praxen führt zu Unterversorgung"

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BERLIN (af). In die Debatte, wie Überversorgung mit Ärzten abzubauen sei, hat sich der Vorsitzende des Verbands niedergelassener Ärzte, NAV Virchow-Bund, Dr. Dirk Heinrich, eingeschaltet.

"Wer vermeintliche Überversorgung in Ballungsräumen mit Zwangsaufkäufen von Praxen und Honorarverlusten bei Ärzten abbauen will, legt den Grundstein für die Unterversorgung von morgen", erklärte Heinrich.

Zuvor hatte sich KBV-Chef Andreas Köhler für den Zwangsaufkauf von Praxen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgesprochen. Der Entwurf des Versorgungsstrukturgesetzes verpflichtet die KVen nicht, dies zu tun.

Der CSU-Abgeordnete Max Straubinger hatte angekündigt, im Parlament über Honorarabschläge für Ärzte in überversorgten Gebieten diskutieren zu wollen.

Praxen in überversorgten Gebieten am Rande ihrer Kapazitäten

Die Versorgung werde sich in den kommenden Jahrzehnten in den Ballungszentren konzentrieren, weil immer mehr Menschen ihren Lebensabend in den Zentren verbringen wollten, hält Heinrich dagegen.

"Praxen in so genannten überversorgten Gebieten arbeiten heute schon oftmals am Rande ihrer Kapazitäten und verzeichnen Wartezeiten in nichtakuten Fällen", stellt Heinrich fest.

Der Ärztemangel auf dem Land sei zudem nicht ohne Ärzte aus den Zentren zu beheben. Beim Aufkauf von Praxen müsse deren Bedeutung für die künftige Versorgung des Umlandes berücksichtigt werden, forderte Heinrich.

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Kommentare
Dr. Jürgen Schmidt 12.08.201112:39 Uhr

Ungelegte (Gold?)-Eier

Über ungelegte Eier soll man sich nicht aufregen.

Eine KV, die sich vor ihren Mitgliedern verantworten muss, wird Kleinpraxen, für die sich eh kein Nachfolger finden lässt, nur in seltenen Fällen und in Abwägung der Vor- und Nachteile für die lokalen Fachgruppen aufkaufen.

Auch die großen Versorgerpraxen sind nicht bedroht.

Die KVen könnten aber sinnvollerweise ein Vorkaufsrecht wahrnehmen,
wenn Praxen, die sich über fachfremde Tätigkeit, Abrechnungsartistik oder ähnliches über Wasser halten, zum Wohle Aller besser geschlossen als von einem Nachfolger in gleicher Weise fortgeführt werden würden(die meisten Kollegen kennen Beispiele).

Richtig angewandt ist das geplante Instrument durchaus sinnvoll und vielleicht sogar segensreich.

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