Berufspolitik

Hier haben Ärzte Zeit: "Pflege mit dem Plus"

Veröffentlicht: 29.10.2008, 05:00 Uhr

NEUSS (iss). Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Die Hausärzte haben Zeit für ihre Patienten und wissen wieder, warum sie diesen Beruf gewählt haben; die pflegebedürftigen Patienten werden kontinuierlich vom selben Arzt betreut und fühlen sich gut versorgt; die Pfleger schätzen die Kooperation mit dem Mediziner und die Krankenkassen sind zufrieden, weil ihre Versicherten besser versorgt werden, obwohl die Kosten sinken.

Gelungen ist die Realisierung der viel beschworenen "Win-Win-Win-Situation" dem Berliner Modellprojekt "Die Pflege mit dem Plus", an dem 38 Pflegeheime der Hauptstadt mit 3500 Bewohnern teilnehmen.

Sie arbeiten nach dem Prinzip der festen Heimärzte, das heißt mit angestellten Ärzten oder Niedergelassenen als festen Kooperationspartnern.

"Mehr menschliche Zuwendung, eine durchgehende medizinische Betreuung - die Lebenssituation der Menschen in 38 Berliner Pflegeheimen hat sich durch das Projekt spürbar verbessert", sagte Professor Rolf Kreibich, Leiter des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.

Der feste Heimarzt sollte zu einer Pflicht werden.

Mit dem Projekt werde ein "Schrittmacher für eine effiziente und menschen-freundliche Arztbetreuung in Pflegeeinrichtungen" ausgezeichnet. Die Berliner hätten vorgemacht, wie es geht, das Vorbild müsse jetzt Schule machen, sagte Kreibich.

Er begrüßte, dass mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz alle Pflegeeinrichtungen die ärztliche Versorgung mit angestellten Heimärzten sicherstellen können. Das reicht aber nach Einschätzung der Jury nicht. "Die Bundesregierung sollte eine kontinuierliche Betreuung durch Heimärzte zur Pflicht erheben."

Lesen Sie dazu auch: Ausgezeichnete Ideen, die eine Zukunft haben "Wir wollen neue Ideen, die eine Zukunft haben" Gegen den Mythos der Unfehlbarkeit Wo angehende Ärzte von Simulanten lernen

Mehr zum Thema

Grundsatzprogramm

Grüne distanzieren sich von Homöopathie

KBV-Statistik

Schon 40 Prozent aller MVZ fachgleich

Mecklenburg-Vorpommern

In der Enquete-Kommission knirscht es gewaltig

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Der für den Impfstoff genutzte Virus-Vektor: Er basiert auf einem abgeschwächten Schimpansen-Adenovirus, das nach der Impfung die Oberflächen-Spike-Proteine von SARS-CoV-2 präsentiert.

SARS-CoV-2-Impfstoff

Vektor-basierte Corona-Vakzine mit 70 Prozent Wirksamkeit

Einen neuen Blick auf die Infektionszahlen fordert eine Gruppe von Experten.

COVID-19

Experten wollen weg von 7-Tage-Inzidenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besuchte am Montag das Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roßlau.

COVID-19-Pandemie

Spahn: Corona-Impfungen schon im Dezember denkbar