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Hochschule in NRW forscht zur Teilhabe von Behinderten

Die Lebenserwartung von Menschen mit Behinderung steigt immer weiter. Das Problem: Die Gesellschaft ist schlecht darauf vorbereitet. In NRW soll die Teilhabe nun erforscht werden.

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KÖLN (gia). Die Katholische Hochschule NRW hat den Forschungsschwerpunkt "Teilhabeforschung" eingerichtet. Die Einrichtung hat gleichermaßen ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderung im Blick. Die Etablierung des neuen wissenschaftlichen Schwerpunkts steht in engem Zusammenhang mit Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Das Übereinkommen trat 2008 in Kraft und hat die unterzeichnenden Länder dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Lebensbereichen zu eröffnen.

Beispielhaft für die Arbeit im neuen Forschungsschwerpunkt ist das Projekt "Lebensqualität inklusiv(e)". Die beteiligten Wissenschaftler beschäftigen sich mit einem Phänomen, das bisher kaum wahrgenommen wurde: Dem Älterwerden geistig behinderter Menschen.

"Durch den medizinischen Fortschritt steigt die Lebenserwartung behinderter Menschen überproportional", erklärt Professor Friedrich Dieckmann von der beteiligten Hochschule NRW in Münster. Wohneinrichtungen und ambulante Dienste seien darauf jedoch nicht vorbereitet. Darüber hinaus mangele es an innovativen Wohnkonzepten für älter werdende Menschen mit Behinderung.

Im Forschungsprojekt werden daher geeignete Modelle evaluiert, auf deren Grundlage ein selbstbestimmtes Leben auch im höheren Alter möglich ist. Der neue Forschungsschwerpunkt ist im Fachbereich Heil- und Sozialpädagogik angesiedelt und soll unter anderem dazu dienen, akademischen Nachwuchs zu qualifizieren sowie Kommunen und Träger von Einrichtungen für alte oder behinderte Menschen zu beraten.

Dabei arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen zusammen - darunter Mediziner, Soziologen, Psychologen, sowie Rechtswissenschaftler.

Nach Auffassung von Dieckmann ist der Forschungszweig in Deutschland bisher zu wenig berücksichtigt worden. "Es ging in der Forschung oftmals um Inklusion in Schulen, Teilhabe ist aber sehr viel umfassender zu verstehen", sagt Dieckmann.

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