Saarland

Honorare: Abschluss für 2018 blockiert

Das Bundesversicherungsamt fordert Nachbesserungen am Honorarvertrag — obwohl KV und Kassen sich schon geeinigt haben. KV-Chef Hauptmann sieht sich "gegängelt ohne Ende".

Veröffentlicht: 27.06.2018, 16:04 Uhr

SAARBRÜCKEN. Im Saarland kann der Honorarvertrag zwischen KV und Kassen für 2018 nicht in Kraft treten, obwohl sich beide Seiten schon im Februar geeinigt haben. Den Grund teilt die KV mit: Das Bundesversicherungsamt als Aufsichtsbehörde der Ersatzkassen blockiere bisher die Einigung.

"Das Amt hat sich eingeschaltet und zwei Punkte beanstandet", erläuterte der saarländische KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann jetzt auf der jüngsten KV-Vertreterversammlung in Saarbrücken. Sowohl bei den förderungswürdigen Leistungen als auch bei der Ermittlung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung solle man nachbessern.

"Mir schmeckt das überhaupt nicht, dass sich ein Amt in die Selbstverwaltung einmischt", klagte Hauptmann. Erst erziele man nach Verhandlungen eine Einigung mit den Kassen und dann komme "eine Behörde und sagt, Ihr könnt das so nicht machen". Wenn es um die Lösung von Problemen im Gesundheitswesen gehe, seien die Ärzte gern gesehen. Ansonsten aber werde man "gegängelt ohne Ende".

Im Februar hatten sich KV und Kassen im Saarland darauf verständigt, den regionalen Punktwert, die Impf-Vergütung und die Wegegelder um jeweils 1,18 Prozent zu erhöhen. Die Kassen wollen außerdem für besonders förderungswürdige Leistungen 2018 636.500 Euro zur Verfügung stellen. Mit dem Geld sollen vor allem Hausbesuche von Hausärzten und die fachärztliche Grundversorgung gefördert werden.

Bei der Ermittlung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung sollten im Saarland die Faktoren Morbidität und Demografie mit jeweils 50 Prozent gewichtet werden. Unterm Strich, so die KV, würde der Honorarvertrag den Kassenärzten an der Saar ein Honorarplus von 2,5 bisdrei Prozent bescheren. "Das ist ja auch nicht gerade üppig", so Hauptmann, und gleiche gerade mal die Inflation aus.

Er äußerte sich trotzdem zuversichtlich, dass es am Ende zu einer Einigung kommt. "Aber es ist viel mühsamer", meinte Hauptmann. In den Konflikt habe man inzwischen auch die saarländische Landesregierung eingeschaltet. Im Juli treffe man sich außerdem mit den Kassen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Immerhin geht es bei dem Konflikt um einen Millionenbetrag: Kommt es zu keiner Lösung, fehlen der KV nach eigener Schätzung pro Quartal rund zwei Millionen Euro. (kin)

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