Berufspolitik

Hoppenthaller schwört Ärzte auf Ausstieg ein

Der Bayerische Hausärzteverband bereitet seine Mitglieder in regionalen Veranstaltungen auf den geplanten Systemausstieg am 26. Januar vor. Motto: Alles oder nichts.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Das war der erste Versuch: Umringt von Medienvertretern wirbt Verbandschef Hoppenthaller am 30. Januar 2008 in Nürnberg für den Systemausstieg.

Das war der erste Versuch: Umringt von Medienvertretern wirbt Verbandschef Hoppenthaller am 30. Januar 2008 in Nürnberg für den Systemausstieg.

© do

MÜNCHEN. Mit Informationsveranstaltungen im ganzen Land wirbt der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) für den Systemausstieg, der am 26. Januar bei einer Großveranstaltung in Nürnberg vollzogen werden soll.

Der 26. Januar sei keine "Korbveranstaltung", erklärte BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Hoppenthaller, in München. An diesem Tag werde definitiv abgestimmt und einmal abgegebene Verzichtserklärungen können dann auch nicht mehr zurückgenommen werden, betonte Hoppenthaller.

Der Ausstieg aus dem KV-System werde vollzogen, wenn an diesem Tag 60 Prozent von 6355 Hausärzten, also 3813 Kollegen, auf ihre Zulassung als Vertragsarzt verzichten.

Ausgangspunkt für die Berechnung sind die etwa 7500 Hausärzte, die sich landesweit in den Hausarztvertrag des BHÄV eingeschrieben haben. Davon werden die Hausärzte in München-Stadt und in Nürnberg/Fürth abgezogen, die jedoch gleichwohl eine Verzichtserklärung abgeben können.

Wenn das Ziel von 60 Prozent erreicht wird, werden am nächsten Tag die Bevölkerung und die Bayerische Staatsregierung über das Ergebnis informiert. Am 28. Januar sollen die Verzichtserklärungen dann der KV Bayerns (KVB) übergeben werden. Die Zulassung als Vertragsarzt werde somit am 30. Juni enden.

Nach der Abgabe der Verzichtserklärungen bei der KV soll allen Kassen mit Frist bis zum 10. Februar ein Hausarztvertrag vorgelegt werden. Sollten die Kassen darauf nicht eingehen, werde es ab dem 14. Februar zu Praxisschließungen kommen, erläuterte Hoppenthaller.

Den Anfang werde der Regierungsbezirk machen, in dem die höchste Quote für einen Systemausstieg erreicht wurde. Im wöchentlichen Abstand sollen die weiteren Regierungsbezirke folgen.

"Wir werden sehen, wie die Staatsregierung das aushalten wird", sagte Hoppenthaller. Sollte die 60-Prozent-Marke hingegen nicht erreicht werden, werden alle Verzichtserklärungen unwiderruflich gelöscht. Die Ärzteschaft hätte dann "ein für alle Mal verloren", sagte Hoppenthaller.

Im Februar 2008 konnte der BHÄV nach einer "Korbveranstaltung" in Nürnberg nicht eine Mehrheit der Hausärzte vom Ausstieg aus dem GKV-System überzeugen.

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