Direkt zum Inhaltsbereich

Der Standpunkt

Humus für die Hausärzte

Nichts gegen Hochleistungsmedizin, aber eine gute Gesundheitsversorgung braucht mehr als mehrere Dutzend Spezialdisziplinen, meint Helmut Laschet. Gerade für die Breitenversorgung braucht es den qualifizierten Allgemeinarzt.

Veröffentlicht:

Der Autor ist stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Gesundheitspolitik bei der Ärzte Zeitung. Schreiben Sie ihm: helmut.laschet@ springer.com

"Es ist nicht ausreichend, wenn wir in der Hochleistungsmedizin als Universitätskliniken Herausragendes leisten, sondern wir müssen auch am System arbeiten, an seiner Effizienz und Qualität. Das dürfen wir nicht allein der Politik und den Versicherungen überlassen."

Diesen Satz der kaufmännischen Direktorin des Uniklinikums Heidelberg, Irmtraud Gürkan, sollten Wissenschaftsmanager - und als solche dürften sich Führungskräfte in Forschung und Lehre wohl verstehen -, verinnerlichen.

Denn gemeint damit ist die Funktion der Allgemeinmedizin, die an den bislang in Deutschland etablierten Lehrstühlen oft auch die Versorgungsforschung übernommen hat.

Allmählich gelingt es der Allgemeinmedizin, sich von ihrem jahrzehntelangen Kümmerdasein im Schatten der großen medizinischen Disziplinen wie der Inneren Medizin und den kleinen, aber feinen Subspezialitäten zu emanzipieren.

Warum ist das so nötig? Eine gute Versorgung des einzelnen Patienten entsteht nicht aus der Summe der Leistungsfähigkeit mehrerer Dutzend Spezialdisziplinen.

Notwendig für die Breitenversorgung insbesondere älterer chronisch kranker Menschen mit mehreren Leiden ist der qualifizierte Allgemeinarzt, der entsprechend den individuellen Präferenzen seines Patienten eine bestmögliche Versorgung "komponiert".

Diese Koordinationsaufgabe, die nicht nur Versorgungsorganisation ist, sondern auch die Oberaufsicht über Spezialitäten behält, wird an Bedeutung gewinnen.

Dafür müssen fähige und motivierte Ärzte gefunden werden. Die nun diskutierten Reformpläne für das Medizinstudium, insbesondere ein PJ-Pflichtquartal in der Allgemeinmedizin, weisen in die richtige Richtung.

Es dürfte für jeden angehenden Arzt, auch den späteren Spezialisten, hilfreich sein, die Arbeitsbedingungen der Grundversorgung erfahren zu haben.

Nötig sind dazu weitere Investitionen in den Ausbau der Allgemeinmedizin an den Universitäten. Reine Willensbekundungen reichen nicht.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Das letzte Wort über die HzV ist noch nicht gesprochen

Klarstellung veröffentlicht

AOP-Katalog und Narkose-Leistungen: Wann die EBM-Abrechnung möglich ist

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Münchner Aids- und Infektiologie-Tage

Chronische Hepatitis B: Heilung durch monoklonalen Antikörper?

Lesetipps
Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

Spirometrie bei einem Mann.

© John Thys / Reporters / Science Photo Library

Änderungen aus dem GOLD-Update

Neues Vorgehen bei COPD: Proaktiv statt reaktiv!

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram