Drei Jahre später

IQWiG kündigt erste KNB-Ergebnisse an

Ende 2009 ging der Auftrag an das IQWiG - für eine Kosten-Nutzen-Bewertung von vier Antidepressiva. Jetzt, drei Jahre danach, soll das Ergebnis vorgelegt werden - eine spannende Premiere.

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IQWiG in Köln: Ergebnisse der ersten Kosten-Nutzen-Bewertung erwartet.

IQWiG in Köln: Ergebnisse der ersten Kosten-Nutzen-Bewertung erwartet.

© IQWiG

KÖLN (cw). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) steht kurz davor, erstmals eine Kosten-Nutzen-Bewertung für Arzneimittel zu veröffentlichen.

Dabei handelt es sich um die Bewertung der vier Antidepressiva Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion und Mirtazapin, deren Kosteneffizienz mit anderen zu GKV-Lasten verordnungsfähigen und gebräuchlichen Antidepressiva verglichen wurde.

Den Auftrag dazu erteilte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) im Dezember 2009. Heute hat das IQWiG angekündigt, innerhalb der kommenden sechs Wochen einen Vorbericht dazu zu veröffentlichen. Dann beginnt für betroffene Hersteller das Stellungnahmeverfahren.

Die Kosten-Nutzen-Bewertung der genannten Antidepressiva stellt einen seltenen Ausnahmefall dar, da sie ihren Anfang vor dem AMNOG genommen hat, als der GBA solche Aufträge noch selbst erteilen konnte.

Augenmerk auf die Effizienzgrenze

Seit dem AMNOG werden Kosten-Nutzen-Bewertungen nur auf Antrag von Pharmaunternehmen oder des GKV-Spitzenverbandes beim GBA ausgelöst. Sie stehen im Kontext einer Preisfestsetzung nach früher Nutzenbewertung durch die Schiedsstelle.

Interessant dürfte der Altauftrag zur Kosten-Nutzen-Bewertung von Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion und Mirtazapin vor allem hinsichtlich der Frage sein, wie das Institut sein unter Fachleuten umstrittenes Konzept der Effizienzgrenze konkret anwendet.

Das IQWiG hatte diese Methode zur Verhältnis-Bestimmung von Nutzen und Kosten von Arzneimitteln aus einem in den 50ger Jahren entwickelten Verfahren zur Optimierung von Aktien-Portfolios abgeleitet.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens IMS Health gaben die gesetzlichen Krankenkassen 2011 für die vier genannten Wirkstoffe rund 305 Millionen Euro aus (Herstellerrabatte schon abgezogen).

Am gesamten GKV-Umsatz mit Antidepressiva hielten die vier Wirkstoffe einen Anteil von 44 Prozent.

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