Hebammen

Immer mehr Frauen werden parallel betreut

Veröffentlicht:

KARLSRUHE. Fast jede fünfte Hebamme (18 Prozent) denkt über einen Arbeitgeberwechsel nach. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die der Deutsche Hebammenverband (DHV) in Auftrag gegeben hat.

19 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Abteilung weder ihren Freunden noch ihrer Familie weiterempfehlen würden. Nahezu 30 Prozent würden ihren Arbeitsplatz keiner Kollegin empfehlen, die auf Stellensuche ist.

Diese Zahlen sind offenbar auf die zunehmend steigende Arbeitsbelastung der Hebammen zurückzuführen. So gaben mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Hebammen an, dass sich die Zahl der zu betreuenden Frauen in den vergangenen drei Jahren stark erhöht habe.

Zunehmend Verwaltungsaufgaben

Über 95 Prozent der im Kreißsaal tätigen Geburtshelferinnen sagten, dass sie häufig mehrere Frauen parallel betreuen müssten.

Fast die Hälfte (46 Prozent) muss häufig drei Frauen gleichzeitig versorgen, 13 Prozent gaben an, oft für vier Frauen gleichzeitig zuständig zu sein, bei fünf Prozent der Hebammen sind es sogar mehr als vier Frauen.

Die Hebammen müssen aber nicht nur immer mehr Frauen betreuen, sondern auch zunehmend Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben übernehmen. 47 Prozent gaben an, diese Art der Tätigkeit habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

"Qualität und Sicherheit in der Geburtshilfe ist nur mit ausreichend Personal möglich. Unsere Umfrage zeigt jedoch: Hebammen arbeiten in den Kreißsälen aktuell unter immer schlechteren Arbeitsbedingungen, vor allem weil Personal fehlt", kommentiert die Präsidentin des DHV, Martina Klenk, die Umfrageergebnisse.

Befragt wurden 1700 in deutschen Kliniken tätige Hebammen. (chb)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was zur Prophylaxe wirklich nützt

© bymuratdeniz / Getty Images / iStock

Rezidivierende Harnwegsinfekte

Was zur Prophylaxe wirklich nützt

Kooperation | In Kooperation mit: Dermapharm AG
Fast jede Frau macht die Erfahrung einer Blasenentzündung. Häufigster Erreger ist E. coli.

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

Prophylaxe von Harnwegsinfekten

Langzeit-Antibiose nicht mehr First Line

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Dermapharm AG
Plädoyer für die Immunprophylaxe bei Harnwegsinfekten

Experten-Workshop

Plädoyer für die Immunprophylaxe bei Harnwegsinfekten

Kooperation | In Kooperation mit: Dermapharm AG
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Studie an der Charité

Warum wir von der Omikron-Variante überrascht wurden