Immer weniger Kinder kommen zum Pädiater

Zusätzliche Checks für Kinder, ein Extra-Angebot für Jugendliche, überdurchschnittlich viele Pädiater - und trotzdem ist Berlin Schlusslicht bei der Nutzung von gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:
In Berlin gibt es künftig für Kinder zwischen sieben und acht sowie neun und zehn Jahren weitere Vorsorgeuntersuchungen.

In Berlin gibt es künftig für Kinder zwischen sieben und acht sowie neun und zehn Jahren weitere Vorsorgeuntersuchungen.

© Patrick Pleul / dpa

BERLIN. In Berlin werden Kindern und Jugendlichen mehr Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Kern der Untersuchungen sind zum Beispiel der Umgang mit Medien und Drogen. Dennoch werden die Angebote deutlich seltener genutzt als im Bundesdurchschnitt. Dabei liegt der Versorgungsgrad bei Pädiatern in Berlin bei 130 Prozent.

Ein erweitertes Vorsorgeangebot für Kinder und Jugendliche hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin zusammen mit der Service GmbH des Verbands der Kinder- und Jugendärzte und dem BKK Landesverband Mitte auf den Weg gebracht. Das Programm "BKK Starke Kids" soll die Zeitabstände zwischen den Untersuchungen für Schulkinder und Jugendliche verkürzen.

Zwei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Das Programm zielt darauf, dass Entwicklungsstörungen vermieden oder rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Dazu werden zwei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder zwischen sieben bis acht Jahren und für Kinder von neun bis zehn Jahren angeboten.

Im Zentrum dieser Untersuchungen stehen Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien sowie Medienverhalten.

Extra-Angebot für Jugendliche ab 16

Ein weiterer Vorsorgetermin richtet sich an Jugendliche zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr. Hier geht es vor allem um medizinische Risiken wie Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes, Körperhaltung und Fitness, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Entwicklung der Sexualität, Medienverhalten und Umgang mit Drogen.

Indes beklagt die Berliner Landesgeschäftsstelle der Barmer GEK, dass die Kinder in der Hauptstadt den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen deutlich öfter fernbleiben als im Bundesdurchschnitt. Etwa jedes vierte Berliner Kind zwischen 34. und 36. Lebensmonat wird den Angaben zufolge nicht zur U7a beim Kinderarzt vorgestellt. Berlin sei damit bundesweites Schlusslicht.

"Obwohl wir in Berlin mit einem Versorgungsgrad an Kinderärzten von etwa 130 Prozent mehr als gut ausgestattet sind, befriedigt uns dieses Ergebnis nicht", so Hermann Schmitt, Berliner Landesgeschäftsführer der Barmer GEK.

Saarland ist vorbildlich

Vorbildlich steht dagegen das Saarland da. Es weist laut Barmer GEK von der U4 bis zur U9 die bundesweit höchsten Untersuchungsraten auf, während sie in Berlin und Hamburg merklich unter dem Bundesdurchschnitt liegen.

Die Teilnahmequoten variieren aber auch von Untersuchung zu Untersuchung. Bundesweit am meisten genutzt wird nach Angaben der Kasse mit 96,4 Prozent die U6 für Einjährige.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert