Tabakatlas

Immer weniger greifen zur Zigarette

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BERLIN. Die Zahl der Raucher in Deutschland ist weiter rückläufig - vor allem bei den Jugendlichen. Zudem ist der Anteil der Raucher im Norden größer als in Süddeutschland. Diese und andere Daten hat das Deutsche Krebsforschungszentrum zusammengetragen.

Das Ergebnis ist der "Tabakatlas Deutschland 2015", der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Es ist inzwischen der zweite "Tabakatlas" nach der Premiere im Jahr 2009.

Gibt es im Vergleich zum ersten "Tabakatlas" neue Erkenntnisse?

Nach Einschätzung der Autoren ist Rauchen noch gefährlicher als vor einigen Jahren angenommen. Sie gehen mittlerweile davon aus, dass in Deutschland mehr als jeder achte Todesfall auf Tabakkonsum zurückzuführen ist: Nach den jüngsten Berechnungen sterben jährlich etwa 121 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Beim ersten "Tabakatlas" vor sechs Jahren war man noch von 107 000 Toten ausgegangen.

Wie kommt es zu diesem Anstieg?

Das Rauchen wird nicht mehr nur für Lungenkrebs und diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Auch tödliche Fälle von Leberkrebs, Darmkrebs, Tuberkulose und Typ-2-Diabetes werden mittlerweile auf den Tabakkonsum zurückgeführt.

Was hat sich im Vergleich zum "Tabakatlas 2009" noch geändert?

Der Anteil der Raucher, der seit Jahren sinkt, ist weiter zurückgegangen. Mittlerweile liegt die Quote nur noch bei 29 Prozent. Dieser Rückgang ist allerdings vor allem darauf zurückführen, dass Jugendliche in Deutschland kaum noch zur Zigarette greifen. Ende der 90er Jahre rauchten knapp 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, aktuell sind es lediglich rund zehn Prozent.

Leben die Jugendlichen also gesünder als früher?

Nicht unbedingt, denn die Statistik erfasst nur klassische Tabakprodukte wie Zigaretten. Was den Forschern gerade Sorge bereitet, sind die orientalischen Wasserpfeifen. Ein Drittel der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren hat schon einmal "Shisha" geraucht, jeder zehnte innerhalb des letzten Monats. Die Krebsforscher warnen jedoch: Wasserpfeifenrauch birgt ein ähnliches Gesundheitsrisiko wie Zigarettenrauch.

Wie schneidet Deutschland im internationalen Vergleich ab?

Nicht gut. Bei der staatlichen Prävention belegt die Bundesrepublik laut "Tabakatlas" den vorletzten Platz in Europa. Aber die Bundesregierung will sich offenbar nach vorn arbeiten: An diesem Mittwoch will das Kabinett den Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche einschränken. Und ein Werbeverbot für Tabakprodukte ist nach den Worten der Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) auch fast fertig. Neben Bulgarien ist Deutschland schließlich der einzige EU-Staat, in dem Außenwerbung für Zigaretten noch erlaubt ist. (dpa)

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