KV Bremen stößt sich an Klinikbau-Finanzierung

KV-Chef Dr. Jörg Herrmann glaubt, dass die Klinik-Holding GeNo ihren teuren Neubau nur durch Gewinne aus MVZ und Klinik-Öffnungen stemmen könne. Der Chef der Holding widerspricht dem.

Veröffentlicht:

BREMEN (cben). Als "hochgradig problematisch und wettbewerbsverzerrend" hat Bremens KV-Chef, Dr. Jörg Herrmann, die Neubau-Finanzierung des Klinikums Bremen Mitte (KBM) bezeichnet.

Die Bremer Klinik-Holding Gesundheit Nord (GeNo) leihe sich Geld, das sie nur aus Einkünften aus MVZ sowie der Öffnung nach Paragraf 116b SGB V und damit aus dem ambulanten Sektor zurückzahlen könne, sagte Herrmann der "Ärzte Zeitung".

Bürgschaft für einen dreistelligen Millionenkredit

Für 230 Millionen Euro will die GeNo Bremens größte Klinik neu bauen. Bremen stellt kein Geld für den Bau zur Verfügung, obwohl das Land es im Zuge der dualen Finanzierung tun müsste.

Dafür bürgt Bremen für einen Kredit der GeNo in Höhe von 305 Millionen Euro. KV-Chef Hermann meldet Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens an. Am Schluss seien es die niedergelassenen Ärzte der Stadt, die den Klinikneubau mit bezahlen müssten, glaubt er.

GeNo-Chef Dr. Diethelm Hansen widersprach dieser Darstellung. Die Finanzierung des Neubaus sei durch Paragraf 17, Absatz 1 des Krankenhausfinanzierungs-Gesetzes abgesichert.

"Überschüsse verbleiben im Krankenhaus"

"Darin heißt es, ,Überschüsse verbleiben dem Krankenhaus‘", sagte Hansen der "Ärzte Zeitung", "das ist für uns die rechtliche Legitimation". Rund 36 Prozent aller Krankenhaus-Investitionen in Deutschland seien bereits 2009 aus Eigenmitteln der Kliniken bestritten worden.

Gewinne aus der Versorgung nach Paragraf 116b und dem eben erst genehmigten MVZ am Klinikum Mitte würden "keinen relevanten Beitrag" zur Neubaufinanzierung leisten. "Denn bei einem Konzern-Jahresumsatz von 550 Millionen Euro wären vielleicht mit einem bis fünf Prozent aus der ambulanten Versorgung zu rechnen", so Hansen.

Weil Bremen klamm ist, leiht sich die GeNo das Geld für den Neubau von einem Bankenkonsortium, und die Stadt bürgt. Die Fertigstellung des 750-Betten-Hauses ist für das Jahr 2014 geplant.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche

Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an

Ein medizinischer Pfleger schneidet einem älteren Patienten in der Klinik die langen Fußnägel.

© amfer75 / stock.adobe.com

Long-Toenail-Sign

Was lange Zehennägel bei älteren Patienten über die Gesundheit verraten

zwei Männer wählen aus einem Sortiment Autoreifen

© Fabian Sommer / dpa / picture alliance

Aut idem patentfreier rekombinanter Arzneimittel

Jetzt übernehmen Apotheken die Verantwortung für die wirtschaftliche Biological-Auswahl