Arzneimittelpolitik

KV Niedersachsen intensiviert Arznei-Beratung

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Vertragsärzte in Niedersachsen erhalten künftig sehr zeitnah Analysen zu ihren Arzneimittelverordnungen. Online können sie sich anschauen, inwieweit sie bei der Verordnung von Leitsubstanzen die Zielwerte erreichen.

HANNOVER (cben). Die KV Niedersachsen bietet ihren Mitgliedern ein Online-Instrument zur Selbstkontrolle bei den Verschreibungen an: die Arzneimittelverordnungsanalyse.

KVN-Bezirksstellen stellen zusätzlich elektronische Leitsubstanz-Verordnungsanalysen für die Beratungen der Ärzte zur Verfügung. Hintergrund des Angebotes: Niedersachsens Kassenärzte können neuerdings drei Wege beschreiten, um Richtgrößenprüfungen zu umgehen.

Erstens können sie Gesamtausgaben bei den Arzneimitteln prozentual mindestens 0,1 Prozent unter den Bundesschnitt drücken. Gelingt dies, entfällt die Richtgrößenprüfung. Gelingt dies nicht, können sie für zwölf Leitsubstanzen in den jeweiligen Arzneimittelgruppen festgelegte Zielwerte erreichen.

Werden alle zwölf eingelöst, entfallen die Prüfungen. Versagen die beiden ersten Wege, kann der einzelne Arzt die zwölf Zielwerte individuell einlösen und so der Prüfung entgehen (wir berichteten).

Damit der einzelne Arzt früh weiß, wo er steht, hat die KV nun ihr Angebot ins Netz gestellt. Seit dem 1. August stehen allmonatlich die Verordnungsdaten im zugangsgeschützten Mitglieder-Onlineportal der KVN und damit zwei bis drei Monate früher als bisher zur Verfügung.

Diese individuellen Verordnungsdaten können ab sofort zusätzlich in den elf KVN-Bezirksstellen elektronisch analysiert werden, hieß es. "Diese Datenanalyse der Verordnungen stellt eine neue Dimension der Verordnungsberatung dar", sagte der Hausarzt und zweite Vorsitzende der KVN, Dr. Jörg Berling.

Mit dieser Analyse kann der Arzt monatlich Einblick in die anonymisierten Einzelverordnungsdaten erhalten, auf denen seine Verordnungsübersicht über die Einhaltung der Leitsubstanzquoten beruht. Somit ist er in der Lage, sich für jede einzelne Leitsubstanz die entsprechenden Verordnungen anzusehen und diese nach bestimmten Kriterien zu sortieren.

Auf einen Blick erkennt er die verordneten Mengen und wie viel Aufwand erforderlich ist, um einzelne Quoten positiv zu beeinflussen. "Die KVN unterstützt ihre Mitglieder nach Kräften dabei, die Leitsubstanzquoten einzuhalten. Dafür erhält jeder verordnende Kassenarzt Informationen über sein individuelles Verordnungsverhalten", sagte Berling.

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