KV Niedersachsen regt Begrenzung von Leistungen an

HANNOVER (cben). Die KV Niedersachsen hat in einem Schreiben an alle Fachgruppen angeregt, über die Begrenzung der ärztlichen Leistungen nachzudenken.

Veröffentlicht:

"Wir haben ein fest begrenztes Budget, aber darunter werden unbegrenzt Leistungen erbracht. Auf Dauer kann das nicht so weiter gehen", begründet Mark Barjenbruch, Vorsitzender der KV Niedersachsen, die Briefaktion.

Ob immer neue Angebote und IGeL die Lösung des Honorarproblems seien, sei auch im Hinblick auf die Lebensqualität der Vertragsärzte offen. In dem Schreiben werden auch die Top 20-Leistungen der jeweiligen Arztgruppe dargestellt, hieß es.

"Wir streben mit den Berufsverbänden eine Diskussion zur Leistungsbegrenzung an", so Barjenbruch.

Begrenzung je nach Fachgruppe

Es gebe zum Beispiel nach wie vor sehr viele Ärzte, die einen Patienten in gar keinem Fall abweisen würden. "Wenn wir aus dem Honorarproblem herauskommen wollen, brauchen wir eine anderer Herangehensweise und auch eine andere Mentalität", sagt Barjenbruch.

Es müsse auf Dauer definiert werden, was der Arzt für das Regelleistungsvolumen erbringen muss. Die Begrenzungen könnten nach Fachgruppen ganz unterschiedlich sein. "Da kann jetzt jede Gruppe für sich entscheiden, ob und wie sie da über Begrenzungen nachdenken will", so Barjenbruch.

"Was muss zum Beispiel der Hautarzt für das RLV von 31 Euro pro Quartal tun? Kann ein Patient jetzt 90 Mal im Quartal in die Sprechstunde kommen?"

Enger gefasste Sprechstundenzeiten möglich

Bei Leistungsbegrenzungen könne es sich auch um enger gefasste Sprechstundenzeiten handeln, als auch um ein anderes Einbestellungssystem, so Dr. Jörg Berlin, Hausarzt und Vize-Vorsitzender der KVN. Ob auch eine Priorisierung die Konsequenz der Debatte in Niedersachsen sein könne, ließ die KVN-Spitze offen.

"Wir müssen auf jeden Fall eine vernünftige Diskussion darüber führen", so Barjenbruch. "Ob es am Schluss eine Priorisierung wird, wird man sehen." Schließlich habe Priorisierung nichts damit zu tun, dass Patienten abgewiesen oder nicht versorgt würden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an