Berufspolitik

KV lehnt Hilfe für Westküstenklinik ab

Die Westküstenklinik Brunsbüttel wollte einen Sicherstellungszuschlag - wie es die Kliniken auf den friesischen Inseln haben. Bei der KV beißt sie auf Granit. Das Kieler Ministerium prüft jetzt den Antrag.

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KV-Chefin Dr. Ingeborg Kreuz: Ambulante Medizin ist Sache der Vertragsärzte.

KV-Chefin Dr. Ingeborg Kreuz: Ambulante Medizin ist Sache der Vertragsärzte.

© KVSH

BAD SEGEBERG (di). Die KV Schleswig-Holstein hält wenig von einem Sicherstellungszuschlag für das Westküstenklinikum (WKK) Brunsbüttel. KV-Chefin Dr. Ingeborg Kreuz rät dem Krankenhaus, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren.

"Überhaupt stellt sich die Frage, warum das WKK meint, auch für die ambulante Patientenversorgung zuständig zu sein", sagte Kreuz. Das Krankenhaus solle sich auf die stationäre Behandlung konzentrieren, das Rückgrat der ambulanten Versorgung seien die niedergelassenen Ärzte in der Region.

"Die KVSH nimmt ihren gesetzlichen Auftrag zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung ernst. Dazu gehört auch die Organisation eines ärztlichen Bereitschaftsdienstes", betonte die KV.

Sicherstellungszuschlag als erstes Festlandkrankenhaus gefordert

Für ambulante Behandlungen außerhalb Sprechstunden seien die Anlaufpraxen zuständig - eine davon gibt es am WKK-Standort in Brunsbüttel. Werde diese stärker genützt, könne das WKK entlastet werden.

Das Haus hatte als erstes Festlandkrankenhaus im Norden einen Sicherstellungszuschlag gefordert. Bislang erhalten diesen nur Krankenhäuser auf den Inseln.

Nachdem die Kassen das abgelehnt hatten, prüft derzeit das Kieler Gesundheitsministerium den Antrag. Das WKK wird nach eigenen Berechnungen ohne den Zuschlag rund 1,6 Millionen Euro Defizit einfahren, weil es hohe Vorhaltekosten für den Bereitschaftsdienst zahlen muss.

Kurze Wege zur nächsten Arztpraxis das Ziel

Auf Zustimmung stieß bei der KV dagegen die Forderung des Dithmarscher Landrats Jörn Klimant nach einem kreisweiten Konzept zur Schaffung attraktiver Standorte für Gemeinschaftspraxen und MVZ. "Wir sind jederzeit gesprächsbereit", sagte Kreuz zu diesem Thema.

Dabei gilt für sie die Prämisse: "Statt langer Wege zum Krankenhaus müssen kurze Wege zur nächsten Arztpraxis das Ziel sein."

Dithmarschen ist eine der Regionen im Norden, wo frei werdende Praxen künftig nur noch schwer besetzt werden können.

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