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Kampf um Insel-Zuschlag

Das Westküstenklinikum Brunsbüttel schreibt seit Jahren rote Zahlen. Jetzt strebt es einen Sicherstellungszuschlag an, den bislang nur Kliniken auf den Inseln erhalten. Doch die Kassen stellen sich quer.

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Fährt seit Jahren rote Zahlen ein: Das Westküstenklinikum sieht sich durch die große zu versorgende Fläche und geringe Patientenzahlen im Nachteil.

Fährt seit Jahren rote Zahlen ein: Das Westküstenklinikum sieht sich durch die große zu versorgende Fläche und geringe Patientenzahlen im Nachteil.

© WKK

BRUNSBÜTTEL (di). Im Norden kämpft erstmals ein Krankenhaus auf dem Festland um einen Sicherstellungszuschlag. Die Krankenkassen lehnen rigoros ab - nun hat sich das Sozialministerium eingeschaltet.

1,6 Millionen Euro Defizit wird das kleine Westküstenklinikum Brunsbüttel in diesem Jahr voraussichtlich einfahren. Auf dieser vom Management berechneten Summe wird die Tochtergesellschaft des Kreises Dithmarschen als Träger der Klinik wohl sitzen bleiben - wenn die Kassen keinen Sicherstellungszuschlag zahlen.

Den bekommen im Norden bislang nur Kliniken auf den Inseln Helgoland, Sylt, Föhr und Fehmarn. Brunsbüttel fordert diesen Zuschlag als erstes Haus auf dem Festland, nachdem es schon seit Jahren rote Zahlen schreibt.

Weg für Bevölkerung im Umland zu weit

Als Gründe führt das Haus die große zu versorgende Fläche bei geringen Patientenzahlen an. Weil der Weg für die Bevölkerung im Umland zu den nächsten Kliniken weit ist, muss in Brunsbüttel ein Notdienst mit Ärzten und Pflegekräften vorgehalten werden.

Weitere Gründe für die jährlichen Defizite: Der im Bundesvergleich niedrige Basisfallwert und die hohen Kosten, um Personal zu gewinnen. Um Fachkräfte nach Dithmarschen zu holen, muss das Haus deutlich höheren Aufwand betreiben als Kliniken in Metropolen.

Verzichtbar ist das Haus aber nach Ansicht des Managements nicht, auch weil es zunehmend schwerer wird, Landärzte in die Region zu holen. "Folglich werden Krankenhäuser wie Brunsbüttel bei der älter werdenden Bevölkerung immer stärker nachgefragt", glaubt das Management.

Kassen attackierten Minister

Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg lässt derzeit prüfen, ob Brunsbüttel zur Sicherstellung der Versorgung erforderlich ist. Seine Appelle, sich auf dem Verhandlungswege zu einigen, blieben erfolglos. Die Kassen weigern sich nicht nur zu zahlen, sondern attackierten auch den Minister für dessen Stellungnahme im Vorfeld als "sachlich völlig unangebracht".

Nach Ansicht von Armin Tank vom vdek Schleswig-Holstein hat das Land durch niedrige Investitionen in die Kliniken maßgeblich zur Schieflage in Brunsbüttel beigetragen. Auf Unverständnis stößt bei den Kassen die Vermutung von Politik und Kliniken, dass ihre Haltung durch die nicht mehr im Bundesland befindlichen Kassenzentralen begründet ist.

Die entscheidenden Gremien etwa von AOK und Betriebskrankenkassen liegen außerhalb Schleswig-Holsteins und beurteilen nach Ansicht der Verhandlungspartner die Probleme vor Ort aus anderer Perspektive.

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