Ausländische Ärzte

Kammer mahnt einheitliche Prüfung an

Kammerversammlung in Sachsen-Anhalt spricht sich für Prüfung analog dem dritten Examen aus.

Veröffentlicht: 04.05.2019, 09:13 Uhr

MAGDEBURG. Ausländische Ärzte aus Drittstaaten sollen eine bundesweit einheitliche Prüfung, analog dem deutschen Staatsexamen, ablegen. Das fordert die Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Wer als Arzt in Deutschland praktizieren wolle, müsse sein Können und Wissen unter Beweis stellen.

Zeugnisse allein könnten dafür nicht ausreichend ein, zumal vielfach nicht einmal deren Echtheit überprüfbar sei, meint Kammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz. Aber genau auf dieser Basis würden Landesverwaltungsämter aktuell über viele Approbationen für Mediziner, die außerhalb der Europäischen Union studiert haben, entscheiden.

In einer Entschließung forderte die jüngste Kammerversammlung deshalb eine bundeseinheitliche Prüfung analog dem dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung des deutschen Staatsexamens. Sie sei im Interesse eines sicheren Patientenschutzes unabdingbar. Notwendig sei zudem ein bundesweites Register mit Angaben über alle Ärzte, die entsprechende Prüfungen nicht bestanden haben.

So könnten unerlaubte Mehrfachprüfungen in unterschiedlichen Bundesländern von vornherein verhindert werden.Ein Antrag von Ärzten aus Sachsen-Anhalt war bereits vom 121. Deutschen Ärztetag angenommen und befürwortet worden.

Sachsen-Anhalts Ärzte verweisen auf ihre Erfahrungen bei praxisbezogenen Sprachprüfungen für ausländische Ärzte, die die Vorlage von Zeugnissen als Nachweis für das Sprachniveau ablösten. „Nach wie vor besteht ein Drittel der Mediziner den Sprachtest nicht. Das zeigt klar, dass Zeugnisse allein nicht der entscheidende Gradmesser für eine Approbation sein können“, so Simone Heinemann-Meerz. (zie)

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Kommentare
Roland Dreyer

Auch die Integration vön Ärzten dauert!

Ich betreue seit bald einem Jahr eine Gruppe von vier arabischstämmigen jungen Ärzten als Sprachcoach. Die Vorstellung, einige mehrwöchige Kurse würde ausreichen, um Deutsch bis zum Level C1 und Fachdeutsch zu lernen, ist schlichtweg weltfremd. Die jungen Kollegen müssten von Anfang an viel intensiver betreut werden! Derzeit überlassen wir sie aber sich selbst: die wenigsten von ihnen haben regelmäßige Sprechkontakte zu deutschen Muttersprachlern. Kammern und Verbände
müssten sich viel stärker um diesen Nachwuchs kümmern – lange vor der Berufszulassung!


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