Kammern wollen beim Medizin-Studium Einfluss auf die Studenten-Auswahl

Gegen den Bachelor, mehr Mobilität für PJler und eine bessere Lehre im Fach Allgemeinmedizin: Die Delegierten des Ärztetages verlangen Änderungen beim Studium, um mehr qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.

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Für Medizin-Studenten soll es bald kein "Hammerexamen" mehr geben. © Uni Greifswald

Für Medizin-Studenten soll es bald kein "Hammerexamen" mehr geben. © Uni Greifswald

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DRESDEN (bee). Mehr Inhalte, weniger Bürokratie: Die Delegierten des Ärztetages mahnen Reformen des Medizinstudiums an. Um den künftigen Mangel an Hausärzten zu bekämpfen, werden die deutschen Medizin-Fakultäten aufgefordert, sich intensiver für das Fach Allgemeinmedizin einzusetzen. "Das Interesse muss weiter gefördert und gestärkt werden", heißt es in einem Entschließungsantrag des Vorstandes der Bundesärztekammer. Allerdings lehnten die Delegierten die große Reform im Medizinstudium - die Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge - erneut ab.

Das zentrale Zulassungskriterium zum Studium soll weiter die Abiturnote bleiben. Anders lautende Pläne, die in den vergangenen Wochen diskutiert wurden, werden abgelehnt. Auch wollen die Kammern mehr Mitspracherecht bei der Auswahl der Medizinstudenten. Bei den Gesprächen sollen Vertreter der Kammern anwesend sein. "Die Unis haben sie einige Jahre, wir als Kammern ein Berufsleben lang", sagte BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe. Praktika und eine medizinische Berufsausbildung sollen eine Studienplatzbewerbung positiv beeinflussen.

Auch bei den Inhalten des Studiums soll sich nach Willen des Ärztetages einiges ändern: So fordern die Delegierten das zuständige Bundesgesundheitsministerium auf, die Approbationsordnung so zu ändern, dass vor dem Praktischen Jahr der zweite schriftliche Teil der Ärztlichen Prüfung abgelegt wird. Damit soll das "Hammerexamen" abgeschafft werden. Auch soll es bei der Wahl der Klinik für das PJ mehr Freiräume geben. Hier fordern die Delegierten ein Ende der Beschränkung auf wenige Lehrkrankenhäuser. Außerdem wollen die Delegierten, dass Studenten den Ort für das PJ deutschlandweit frei wählen können. Bisher ist die Wahl der Klinik auf die Lehrkrankenhäuser beschränkt, die an die Universität angeschlossen sind.

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