Krankenkassen

Kasse bittet Ärzte um Prüfung alter Diagnosen

KÖLN (iss). Im Bemühen, sich für die neuen Finanzierungsmodalitäten des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs zu rüsten, setzen manche Kassen auf die Kooperationswilligkeit der Ärzte.

Veröffentlicht: 30.10.2008, 15:22 Uhr

Die BKK Salzgitter hat Niedergelassene angeschrieben und sie gebeten, bestimmte Diagnosen zu überprüfen. Die Finanzzuweisungen an die Kassen richten sich künftig nach Morbiditätsdaten. Sie basieren im Wesentlichen auf den in den Abrechnungen der Ärzte angegebenen Diagnosen. Die Dokumentation sei nicht immer präzise und enthalte oft unklare Diagnosen oder Verdachtsdiagnosen, beklagen die Kassen.

"Wir bitten Sie daher, für Ihre bei der BKK versicherten Patienten noch für das dritte Quartal 2008 eine Überprüfung der Diagnosen vorzunehmen und fachlich begründete Korrekturen in ihrem Praxiscomputer zu erfassen", hat die BKK Salzgitter niedergelassenen Ärzten geschrieben. Die Ärzte haben eine Liste der für den Finanzausgleich relevanten Diagnosen und eine Aufstellung der Versicherten erhalten, für die keine gesicherte Diagnose dokumentiert war. Die Kasse bittet die Ärzte um die für sie freiwillige Kooperation.

"Die Reaktion der Ärzte auf die Reaktion war überwiegend positiv", berichtet Werner Weiß, Vorstand der BKK Salzgitter. Sie hätten das Anliegen verstanden und seien der Bitte nachgekommen, weil es jeweils nur um wenige Versicherte ging. "Allerdings fürchten die Ärzte, dass ein ungeheurer Aufwand auf sie zukommen könnte, wenn das jetzt alle Kassen machen", räumt Weiß ein. Seiner Einschätzung nach sollte für das Problem eine bundesweite Lösung gefunden werden.

Der GKV-Spitzenverband sieht allerdings im Moment keinen Handlungsbedarf. 90 Prozent der Diagnosen seien gesichert, sagt eine Sprecherin. Von nicht gesicherten Diagnosen seien alle Kassen betroffen, eine Wettbewerbsverzerrung sei deshalb nicht zu erwarten.

Mehr zum Thema

Qualitätsmonitor 2020

Erster Corona-Lockdown führte zu mehr toten Apoplex-Patienten

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Herzecho: Ein kardiologischer Check vor der Gelenkersatz-Op lohnt sich vor allem bei älteren Patienten und solchen mit positiver Familienanamnese.

Auch bei asymptomatischen Patienten

Vor der Gelenkersatz-Op nach kardialen Risiken fahnden!

Gleich bis 4. März kommenden Jahres ist dieses Hotel geschlossen. So weit reichen die jetzt geplanten Maßnahmen zur Verlängerung des Lockdowns im Moment allerdings noch nicht.

Lockdown – Weihnachten – Lockdown

Bund und Länder planen Corona-Verbote bis 2021

Arbeit in einer Stroke Unit: Während des Lockdowns im Frühjahr kamen weniger Patienten mit einem Apoplex in die Kliniken, aber die Krankheitsverläufe der behandelten Patienten waren schwerer. (Archivbild)

Qualitätsmonitor 2020

Erster Corona-Lockdown führte zu mehr toten Apoplex-Patienten