Kassen sparen durch Rabatte von Herstellern und Apothekern kräftig

Das seit August 2010 gestartete Kostendämpfungspaket bei Arzneimitteln wirkt. Die Krankenkassen werden durch die Rabatte entlastet.

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FRANKFURT (HL). Bei steigenden Absatzmengen haben sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel in den Monaten November 2010 bis Januar 2011 nur wenig verändert; sie sind teilweise sogar rückläufig.

In den Monaten November und Dezember 2010 war der Umsatz zu Lasten der GKV, gemessen in Apothekenverkaufspreisen, mit minus 0,6 und minus 2,6 Prozent rückläufig (jeweils inclusive Impfstoffe). Die Menge der verkauften Packungen ging im November um 1,1 Prozent zurück und nahm im Dezember um ein Prozent zu, berichtet das Marktforschungsinstitut IMS Health.

Im Januar stiegen die Apothekenumsätze zu Lasten der GKV geringfügig um 0,5 Prozent (inclusive Impfstoffe). Die Menge der verkauften Packungen wuchs signifikant um 6,3 Prozent.

Als Ursache nennt IMS Health zum einen die zum Quartalsbeginn übliche Bevorratung mit Arzneimitteln gegen chronische Krankheiten. Im zweistelligen Zuwachsbereich liegen Medikamente gegen Erkältungskrankheiten. Dies betrifft sowohl den Markt rezeptpflichtiger wie auch rezeptfreier Arzneimittel.

Eine stark entlastende Wirkung für die Krankenkassen haben die zum 1. August in Kraft getretenen erhöhten gesetzlichen Rabatte. Allein der Rabatt der Hersteller liegt im Januar bei 185 Millionen Euro und damit um 106 Millionen Euro über dem Niveau des Januar 2010.

Ab Januar 2011 müssen auch die Apotheken einen von 1,75 Euro auf 2,05 Euro je Packung erhöhten gesetzlichen Rabatt an die Krankenkassen gewähren. Der Vorteil für die Kassen ist damit im Januar auf 104 Millionen Euro gestiegen, im Vorjahres-Januar waren es 85 Millionen Euro. Allerdings: Für 2010 und rückwirkend auch für 2009 war der Apotheken-Rabatt von ursprünglich 2,30 Euro auf 1,75 Euro reduziert worden.

Hochgerechnet auf ein gesamtes Jahr dürften die Krankenkassen durch die erhöhten Rabatte der Hersteller und Apotheker um etwa 1,5 Milliarden Euro entlastet werden.

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