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Reaktion auf AfD-Wahlprogramm

Jeder fünfte Arzt in Sachsen-Anhalt stammt aus dem Ausland

Landesärztekammer und KV in Sachsen-Anhalt warnen davor, den Zuzug ausländischer Mediziner zu begrenzen. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland lasse sich die Versorgung nicht gewährleisten.

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Magdeburg. Jeder fünfte Arzt in Sachsen-Anhalt (18,55 Prozent) stammt aus dem Ausland. Darauf weisen die Landesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung in einer gemeinsamen Erklärung hin. In vielen Regionen des Landes – insbesondere auch im ländlichen Raum – wäre eine flächendeckende Versorgung ohne ausländische Kolleginnen und Kollegen nicht mehr sicherzustellen, heißt es. Sie trügen maßgeblich dazu bei, Praxen offen zu halten, Klinikstandorte zu stabilisieren und Wartezeiten für Patientinnen und Patienten zu begrenzen.

Damit folgt das Bundesland einem bundesweiten Trend: Binnen zehn Jahren hat sich in der Bundesrepublik die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte ohne deutsche Staatsangehörigkeit mehr als verdoppelt. Nach jüngsten Zahlen, die das statistische Bundesamt (Destatis) kürzlich veröffentlichte, hatten 64.000 Mediziner 2024 keine deutsche Staatsangehörigkeit – das waren 13 Prozent der berufstätigen Human- und Zahnärzte. Zehn Jahre zuvor seien es erst 30.000 gewesen oder 7,0 Prozent.

LÄK und KV wenden sich gegen eine Erklärung im Wahlprogramm der AfD. Dort heißt es in der Rubrik Gesundheit: „Ausländische Ärzte sind aber wegen der Sprachbarriere und kultureller Differenzen oft kaum geeignet, unsere Bürger richtig zu behandeln.“ Und: „Die beste Behandlung ist mit Ärzten gewährleistet, die hier bei uns ausgebildet werden.“

Internationale Fachkräfte sind wichtig für die Versorgung

Beide Körperschaften warnen davor, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu erschweren, die Einwanderung qualifizierter zu Fachkräfte begrenzen oder ein gesellschaftliches Klima schaffen, das internationale Kolleginnen und Kollegen abschrecke.

Folgen wären:

  • längere Wartezeiten in Praxen und Kliniken
  • Schließungen oder Einschränkungen medizinischer Einrichtungen
  • zusätzliche Belastung für das bereits stark beanspruchte Personal
  • eine Verschärfung des ohnehin dramatischen Nachwuchsmangels

Sie betonen, dass die Sicherstellung der Versorgung eine gesetzliche Aufgabe ist – und dass diese Aufgabe ohne internationale Fachkräfte nicht erfüllbar wäre.

In Sachsen-Anhalt wird in wenigen Monaten ein neuer Landtag gewählt. Umfragen zufolge liegt die AfD derzeit bei über 40 Prozent. (kaha)

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