KOMMENTAR

Kein Traumvertrag, aber ein Fortschritt

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Kontaktunabhängige Grundpauschale und eine stark vereinfachte Abrechnung: Solche Vorteile des Hausarztvertrages in Baden-Württemberg hätte sich sicherlich auch mancher Hausarzt in Hamburg gewünscht.

Dass dies nicht gelingen würde, war schon vor den neunmonatigen Verhandlungen klar: Die AOK Rheinland/Hamburg ist finanziell nicht auf Rosen gebettet und muss noch mehr als ihre Schwesterkasse im Südwesten auf die Kosten achten. Dennoch verdient die Vereinbarung in der Hansestadt Beachtung.

Körperschaft und Verbänden ist mit der Krankenkasse ein Ergebnis gelungen, das nicht zu erwarten war: Hausärzte erhalten künftig Leistungen bezahlt, die so vorher gar nicht definiert waren. Dass Hausärzte den Übergang vom stationären in den ambulanten Sektor organisieren, ist neu und kann die Versorgung verbessern.

Hier zahlt sich aus, dass KV und Verbände an einem Strang gezogen haben: Verhandlungsprofis der KV haben mit Hausärzten, die die täglichen Versorgungsprobleme in eigener Praxis erleben, das Ergebnis ermöglicht. Natürlich bleiben Wünsche offen: Etwa eine stärkere Berücksichtigung der Prävention und von Leistungen für jüngere Versicherte sowie ein stärkerer Honoraranstieg.

Wichtig ist, dass die Hamburger Ärzte diesen Vertrag mit Leben füllen - und damit ein Signal an andere Krankenkassen senden, dass Vereinbarungen zu fairen Honorarbedingungen auch zu Versorgungsverbesserungen führen.

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