Rehabilitation

Kfz-Versicherer und Unfallchirurgen wollen Reha-Lücke schließen

Reha-Maßnahmen schließen selten unmittelbar an die Akutbehandlung an, es entsteht eine Reha-Lücke. Kfz-Versicherer und Unfallchirurgen wollen dem entgegenwirken. Ihr Projekt startet bald in drei Kliniken.

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Verletzt beim Verkehrsunfall – und dann? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft  und die Akademie der Unfallchirurgie wollen in einem gemeinsamen Projekt Patienten einen möglichst frühen Start von Rehabilitationsmaßnahmen ermöglichen.

Verletzt beim Verkehrsunfall – und dann? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und die Akademie der Unfallchirurgie wollen in einem gemeinsamen Projekt Patienten einen möglichst frühen Start von Rehabilitationsmaßnahmen ermöglichen.

© Peter Atkins / Fotolia

Berlin. Ein gemeinsames Projekt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und die Akademie der Unfallchirurgie (AUC) soll einen möglichst frühen Start von Rehabilitationsmaßnahmen ermöglichen. Damit soll die sogenannte Reha-Lücke angegangen werden und sollen die Genesungschancen von Patienten verbessert werden. „Wir wollen alle Beteiligten so schnell wie möglich miteinander vernetzen“, sagt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach am Mittwoch.

Aktuell schließen Reha-Maßnahmen nur selten unmittelbar an die Akutbehandlung an, oft entsteht nach der Entlassung eine Reha-Lücke. Das Projekt soll dafür sorgen, dass schon die Mediziner der Unfallklinik aktiv auf das Reha-Management hinweisen, das der für die Regulierung des Unfalls zuständige Kfz-Versicherer anbietet.

Die AUC, ein Unternehmen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, hilft dann – mit Zustimmung des Verletzten – bei der Kontaktaufnahme zu der Versicherungsgesellschaft. Zudem koordiniert sie die weiteren Absprachen zwischen ihr und der Unfallklinik.

GDV: Patienten und Versicherer profitieren

Die Patienten profitierten davon, weil sie so schnell in den Genuss von Leistungen kämen, die möglicherweise über das mit den Krankenkassen abzurechnende Spektrum hinausgingen, sagte ein Sprecher des GDV der Ärzte Zeitung am Donnerstag. Auch für den Versicherer des Unfallverursachers sei es finanziell von Vorteil, wenn der Genesungsprozess des Geschädigten ohne vermeidbare Verzögerungen erfolge.

Eine erste Testphase des Projekts startet in den kommenden Monaten in drei Kliniken in Hannover, Regensburg und Münster. Bei Erfolg soll die Zahl der Kliniken ausgeweitet werden, teilte der GDV mit. Die deutsche Versicherungswirtschaft setzt seit Mitte der 1990er Jahre auf Rehabilitations- und Care-Management. 2019 hat der GDV das Informationsnetzwerk Reha gegründet: Seitdem lässt sich beim Zentralruf der Autoversicherer direkt erfragen, welcher Anbieter für die Schadenregulierung und damit auch für das Reha-Management zuständig ist. (bel)

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